Polizei ermittelt

Unbekannte beschädigen vier wertvolle Gemälde im Freiburger Augustinermuseum

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 09. März 2018 um 16:48 Uhr

Freiburg

Im Augustinermuseum in Freiburg sind vier wertvolle Gemälde beschädigt worden. Unbekannte haben die Kunstwerke mit einem stumpfen Gegenstand zerkratzt, mutmaßlich während der Öffnungszeiten.

Der Kontrolldienst hat die Schäden an den Bildern am frühen Freitagmorgen gegen 4.15 Uhr entdeckt. Nach Mitteilung der Stadtverwaltung sind am und im Augustinermuseum keine direkten Einbruchsspuren sichtbar. Auch das Sicherheitssystem habe normal gearbeitet, heißt es. Daher wird vermutet, dass der oder die Täter die Bilder im Laufe des Ausstellungsbetriebs am Donnerstag beschädigt haben müssen.

Betroffen von der Attacke sind vier Bilder, drei davon sind Leihgaben externer Besitzer, welche die Kunstwerke dem Museum zur Verfügung gestellt haben. Bei den Leihgaben handelt es sich um Hermann Stenners "Heiliger Sebastian", um Adolf Hölzels "Legende (Anbetung der Engel in Grün)" und um einen Teil des Altarflügels mit Heiligen. Ebenfalls attackiert wurde Franz-Xaver Winterhalters Porträt von David Freiherr von Eichthal. Der Altarflügel stammt aus der Dauerausstellung im ersten Obergeschoss, die übrigen Gemälde aus der Galerie im Dachgeschoss. Die Bilder wurden zur Restaurierung abgehängt. Ein Schild informiert die Besucher, dass das Werk "wegen dringender konservatorischer Maßnahmen" derzeit nicht zu sehen ist.

"Wir sind total entsetzt", sagte am Freitag Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach. "Dass so etwas hier passiert, lag jenseits der Vorstellungskraft." Besonders schlimm sei, dass drei Leihgaben betroffen seien. Die Besitzer der Kunstwerke seien informiert worden, ebenfalls die Versicherung. Die Höhe des Schadens kann laut von Kirchbach noch nicht beziffert werden. Die Bilder seien aber nicht total zerstört worden und könnten wohl alle restauriert werden, so seine erste Einschätzung.

Gemälde sind durch akustisches Signal geschützt

Bislang habe es im Augustinermuseum noch keinen solchen Zwischenfall gegeben, sagt Christine Litz, Direktorin des Museums für Neue Kunst und Kuratorin der Hölzel-Ausstellung. Sie spricht von massiven Schäden, die an den wertvollen Bildern entstanden seien. Sie hat die betroffenen Besitzer informiert. Die seien geschockt gewesen, wüssten aber um ein solches Risiko, wenn Bilder öffentlich gezeigt werden.

"Dass so etwas hier passiert, lag jenseits der Vorstellungskraft." Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach
Die Gemälde im Dachgeschoss sind nach Informationen der Stadtverwaltung durch ein akustisches Signal geschützt, das auslöst, wenn Besucher dem Bild zu nahe kommen. Zudem überwachen Aufsichten alle Museumsbereiche. "Leider kommt es immer wieder vor, dass Besucherinnen und Besucher sehr nah an die Bilder herantreten, wodurch der Annäherungsalarm oft ausgelöst wird", schreibt die Stadtverwaltung.

Im Hinblick auf die Vorkommnisse werden die Aufsichten die Besucherinnen und Besucher verstärkt auffordern, einen angemessenen Abstand zu den Gemälden und Kunstobjekten einzuhalten. Nach dem Zwischenfall will man über die Sicherheitsvorkehrungen im Museum neu nachdenken. Leider gebe es kein Patentrezept, so Direktorin Litz. Bürgermeister Ulrich von Kirchbach meint: "Möglicherweise müssen wir doch eine Videoüberwachung installieren."

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