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08. Februar 2017 14:32 Uhr

Innovation

Uniklinikum Freiburg eröffnet erste Muttermilchbank im Land

Die Milch macht’s. Gerade auch bei Säuglingen. Doch was, wenn die Mutter selbst nicht genug davon hat? Die Lösung kommt von der Uniklinik Freiburg: Hier eröffnet die erste Frauenmilchbank im Südwesten.

  1. Künstliche Säuglingsnahrung muss nicht sein. Foto: Thomas Roetting / Fotolia.com

Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Säuglinge. Sie hilft unter anderem, späteren allergischen Erkrankungen oder Infektionen vorzubeugen. Da Mütter von Frühgeborenen oftmals nur wenig oder sogar keine Milch bilden, musste man bisher bei der Frühchen-Ernährung auf künstliche Säuglingsnahrung zurückgreifen.

Am 1. Februar wurde am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg die Frauenmilchbank eröffnet. Hier können Mütter von Früh- oder Neugeborenen, die über den Bedarf ihres eigenen Kindes hinaus Muttermilch bilden, ihre Milch für die optimale Ernährung von anderen Frühchen im Klinikum spenden. Die Frauenmilchbank am Universitätsklinikum Freiburg ist die erste Einrichtung dieser Art in Baden-Württemberg.

"Ziel unserer Frauenmilchbank ist es, alle sehr kleinen Frühgeborenen der eigenen Abteilung mit Muttermilch zu versorgen, um auf künstliche Säuglingsnahrung verzichten zu können", sagt Daniel Klotz, Neonatologe an der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und Leiter der Frauenmilchbank.

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Spendermütter werden auf Erkrankungen getestet

In der Frauenmilchbank wird gespendete Muttermilch mikrobiologisch untersucht, bei Bedarf pasteurisiert und bei minus 20 Grad Celsius gefriergelagert. Die Milch steht nach der Aufbereitung zum Verzehr für Frühgeborene und kranke Neugeborene, die keine Milch der eigenen Mutter erhalten, zur Verfügung.

Spenderinnen sind Mütter anderer Neu- oder Frühgeborener, die auf der neonatologischen Intensivstation (Frühchenstation) des Universitätsklinikums Freiburg behandelt werden. Sie werden nach speziellen Kriterien ausgewählt und auf Erkrankungen getestet.
Eine Erinnerung an die Zeit des Stillens: Nadia Gabriele aus Neustadt fertigt Kettenanhänger aus Muttermilch an. Etwa zehn Milliliter braucht sie für ein solches Schmuckstück. Mehr dazu

Frühgeborene, die mit gespendeter Muttermilch anstatt künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, erleiden unter anderem deutlich seltener schwerwiegende Darmkomplikationen und haben eine bessere Nahrungsverträglichkeit.

Die Aufbereitung von Frauenmilch als Spendermilch ist aufwändig und sehr teuer. Das Projekt wurde durch eine Anschubfinanzierung des Frühchenvereins Freiburg e.V. ermöglicht.

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Autor: BZ