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14. Juni 2011

Vegetarisch nicht nur fürs Gewissen

Der Auftakt der Initiative "Ma(h)l vegetarisch" stößt auf positive Resonanz.

  1. Grünen-Stadträtin Adelheid Hepp (links) verteilt vegetarische Häppchen an Moritz Heck und Fitria Yuniarti, eine indonesische Ethnologie-Studentin, die über vegetarisches Leben forscht. Foto: Michael Bamberger

Darf’s ein Stück Basilikum-Tofu, eine gebratene Tofu-Weißwurst oder eine Zucchini-Quiche sein? Oder eine gefüllte Dattel? Alles da – und noch viel mehr. Zum Auftakt des Veggie-Tags in Freiburg hat die Freiburger Initiative "Ma(h)l vegetarisch" am Samstag auf dem Augustinerplatz leckere Häppchen verteilt. Freiburg ist die neunte deutsche Stadt, die den Donnerstag zum Veggie-Tag macht – bisher haben 15 Restaurants und einige Kantinen zugesagt, dass sie künftig donnerstags verstärkt Vegetarisches anbieten.

Es waren ganz andere Zeiten, als Christa Jenke in ihrem zehnten Lebensjahr ihre Mutter fragte: "Ich liebe Tiere, warum soll ich sie essen?" So wurde sie Vegetarierin – vor 65 Jahren. Inzwischen ist sie Veganerin und hält Vorträge über Ernährung und Gesundheit. Sie ist überzeugt, dass Fleisch und auch Milch für Menschen schädlich sind. Darum unterstützt sie den Auftakt des Veggie-Tags, dessen Ziel es ist, mehr Menschen mit vegetarischer und veganer Ernährung vertraut zu machen. Gründe für einen Veggie-Tag gibt’s viele, im Vordergrund steht derzeit der Klimaschutz. Laut Welternährungsorganisation führt die Tierhaltung zu mehr klimaschädlichen Treibhausgasen als der gesamte Verkehr weltweit, steht auf dem Flyer der Initiative "Ma(h)l vegetarisch". Seit Herbst werben der Bund für Umwelt- und Naturschutz, Greenpeace, die Freiburger Bürgerstiftung, der Vegetarierbund und die Grünen für den Veggie-Tag.

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Die meisten Reaktionen sind gut, bilanziert Astrid Starke-Knecht von der Bürgerstiftung. Mit dabei sind bisher neben 15 Restaurants auch Kantinen, zum Beispiel von Badenova, der Caritas und den Wentzinger-Schulen. Voraussetzung ist, dass es donnerstags verstärkt vegetarische Angebote gibt. Ganz auf Fleischloses wollen die meisten allerdings selbst am Veggie-Tag nicht setzen – die Angst vor der Konkurrenz ist zu groß.

Für viele, die bei den Häppchen am Augustinerplatz vorbeikommen, ist Vegetarisches dagegen völlig normal. "Warum kein Veggie-Tag?", fragt der Franzose Jean-Marie Manciet, der viel mehr Gemüse als Fleisch isst. Fünf Marburger Studentinnen wollen die Veggie-Tag-Idee mit nach Hause nehmen. Ohnehin ist bundesweit viel in Bewegung – das erlebt Silke Bott vom Vegetarierbund Deutschland, die zurzeit von Stadt zu Stadt reist und auch zum Freiburger Auftakt gekommen ist.

Informationen zur Initiative gibt es unter www. mahl-vegetarisch.de.

Autor: Anja Bochtler