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14. April 2011

Gewaltprävention

Verein bietet Kurse für Zivilcourage und Selbstverteidigung an

Der Verein Sicheres Freiburg bietet Kurse für Zivilcourage und Selbstverteidigung an / Effektive Technik und die richtigen Kniffe sind wichtig.

  1. Die richtigen Griffe und ein gesundes Selbstbewusstsein helfen enorm bei der Abwehr von Angreifern. Entsprechende Techniken werden im Selbstverteidigungskurs vom Verein Sicheres Freiburg vermittelt. Eine wichtige Zielgruppe sind Frauen. Foto: Fotos: Ingo Schneider

  2. Foto: INGO SCHNEIDER SCHIFFSTRASSE 5 D-79098 FREIBURG

  3. Foto: INGO SCHNEIDER SCHIFFSTRASSE 5 D-79098 FREIBURG

Zivilcourage kann man lernen, davon ist Mark Bottke überzeugt. Der Trainer für gewaltfreie Kommunikation und Selbstverteidigung leitet im Auftrag des Vereins Sicheres Freiburg seit Herbst 2010 Kurse für Zivilcourage und Selbstverteidigung. Der Verein arbeitet für eine effiziente Kriminalitätsprävention in Freiburg. Das Zeigen von Zivilcourage ist hierbei ein integraler Bestandteil.

"Zunächst einmal ist es wichtig, den Menschen die Ängste zu nehmen", sagt Beate Hauser, Geschäftsführerin des Vereins Sicheres Freiburg. Einige Kursteilnehmer haben selbst schlechte Erfahrungen gemacht, aber häufiger sind es Berichte der Medien über Gewalttaten im öffentlichen Raum, die Menschen dazu bringen, aktiv zu werden.

Der aktuelle Kurs ist voll belegt. In einem Trainingsraum der Polizeiakademie üben 16 Männer und Frauen auf einem Mattenboden konzentriert verschiedene Techniken zur Abwehr von potenziellen Angreifern. "Es geht hier nicht nur um das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken", erläutert Mark Bottke sein Konzept. Auch Theorievermittlung und Gespräche nehmen einen großen Raum ein. "Wenn man in eine brisante Situation gerät, ist es zunächst wichtig, die Lage richtig einzuschätzen und deeskalierend zu wirken", erklärt Bottke weiter. Gewaltvermeidung steht an erster Stelle. Im Kurs werden deshalb verschiedene Situationen, die die Teilnehmer meist selbst einbringen, durchgesprochen und später in Rollenspielen simuliert.

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Josef Bochtler macht seit seiner Jugend Judo. "In Schlägereien war ich wegen meiner Körpergröße und Konstitution meist unterlegen", erzählt der 72-jährige Rentner, "das hat mir gestunken". Durch das Training wurde er schneller und geschickter, das war dann sein Vorteil. Den Kurs besucht er zum Einen, um aktiv zu bleiben: "Im Alter wird man nicht fitter", sagt er, "da ist es gut, wenn man seine Fähigkeiten noch einschätzen kann." Viel wichtiger aber ist es ihm zu lernen, gefährliche Situationen vom Kopf her erfassen zu können, um dann richtig zu reagieren.

"Ich wollte endlich einmal etwas nur für mich tun", sagt Sabine Furtwängler. Die Sachbearbeiterin bei einer Krankenkasse, fährt häufig abends alleine mit dem Zug. "Da gibt es oft unangenehme Situationen mit betrunkenen Mitfahrern", erzählt sie. Durch den Kurs traut sie sich jetzt zu, verbal ihre Grenzen abzustecken. "Wirklich laut "Stop!" zu sagen, das ist nicht einfach", sagt sie. "Vor allem für Frauen ist es wichtig zu lernen, aus sich herauszugehen, denn das fällt ihnen tendenziell schwer", meint auch Trainer Bottke.

Beim Selbstverteidigungstraining beschränkt sich Bottke auf die Vermittlung weniger, aber effektiver Techniken. Hauptbasis sind hierbei Elemente aus Kung Fu und Tai Chi. Dazu kommen Straßenkampftechniken aus den USA. "Die Anwendung der Selbstverteidigung ist immer darauf ausgerichtet, den Gegner kurz auszuschalten, um selbst aus der Situation herauszukommen", erläutert Bottke. Beim Training soll jeder herausfinden, welche Art der Selbstverteidigung ihm persönlich liegt. "Ich weiß jetzt, dass mir Treten am leichtesten fällt, denn da habe ich die meiste Kraft", sagt Sabine Furtwängler, "aber in einer ganz schlimmen Notsituation könnte ich einem Gegner auch mit der Faust ins Gesicht schlagen." Diese Gewissheit kann oft schon ausreichen, um Gewalt zu vermeiden, denn ein selbstbewusstes Auftreten ist der beste Schutz.

Infos: Der nächste Kurs für Erwachsene ab 35 Jahren beginnt am Dienstag, 10. Mai in der Polizei-Akademie, Zeit: 17.45- 19.45 Uhr, 8 Termine, Kosten 64 Euro, Anmeldung unter http://www.sicheres-freiburg.de oder http://www.takemabo.deTel. 0761/ 7662344. Ein weiterer Kurs für Teilnehmer ab 60 Jahren beginnt am 30. Mai in Zusammenarbeit mit der Caritas, Infos und Anmeldung unter 0761-892146 oder Email seniorenwohnanlage-freytagstrasse@caritas-freiburg.de

Autor: Petra Völzing