Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
20. Juli 2011 19:59 Uhr
Sanierungsprojekt
Vom Geisterhaus zum Berghaus: Neue Pläne auf dem Schauinsland
Was wird aus dem ominösen Geisterhaus auf dem Schauinsland? Das verfallene Hotel soll aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden: Ein neues Konzept trägt den Namen "Berghaus Freiburg".
-
Noch macht das weitläufige Anwesen auf 1200 Meter Höhe einen ebenso verwunschenen wie desolaten Eindruck. Doch dies soll sich ändern. Foto: Ingo Schneider
-
-
Sie wollen der Hotelruine auf Freiburgs Hausberg neues Leben einhauchen (von links): Achim Hombach, Franz Held und Doris Müller. Foto: Ingo Schneider
Vom Prachthotel zur Bauruine: Seit knapp zehn Jahren verfällt das ehemalige Hotel Burggraf auf dem Schauinsland (Fotos). Doch damit soll Schluss sein. Drei Ehepaare aus Freiburg haben das Anwesen unweit der Halde gekauft und wollen schon bald Handwerker auf den Berg schicken. Ihr Ziel: Das "Hotel Burggraf" aus dem Dornröschenschlaf wecken und ins "Berghaus Freiburg" verwandeln.
"Es gibt bisher nur ein grobes Konzept. Wir sind noch in der Findungsphase", erläutert Franz Held. Der 70 Jahre alte Rentner und seine Frau Martina Feulner bilden zusammen mit den befreundeten Paaren Carola Mehl und Arne Raap-Mehl sowie Achim Hombach und Doris Müller das Berghaus-Team. Das möchte auf dem Schauinsland-Gipfel Ferienwohnungen und ein Seminarzentrum einrichten. "Es soll ein Ort sein, wo sich unterschiedliche Strömungen begegnen können", erläutert Müller. Einer, der zum kreativen Schaffen und Verweilen einlade.
Werbung
Schon einmal wurde die schlafende Schöne auf dem Schauinsland wachgeküsst – ohne Erfolg. Vier Jahre stand das Gebäude auf 1200 Meter Höhe leer, ehe im Oktober 2000 die Bauarbeiter anrückten. Für rund vier Millionen Euro sollte es in eine Rehaklinik umgewandelt werden. Doch Bauherr Claudius Kemmerich, Chef der Georg-Groddeck-Klinik, Vorgängerin der Thure-von-Uexküll-Klinik am Lorettoberg, scheiterte an der Finanzierung. Ende 2001 schickte der Insolvenzverwalter die Arbeiter fort. Seitdem war das Gebäude Treffpunkt der Dorfjugend.
Bis 2013 soll dort etwas Neues entstehen. Weder auf einen Monat noch eine Jahreszeit will sich Gruppe festlegen lassen. "Wir haben keinen Zeitdruck", so Held. Am 10. Mai unterschrieb das Berghaus-Team als Gesellschaft bürgerlichen Rechts den Kaufvertrag. Wie teuer das einst mit 2,2 Millionen Euro veranschlagte Anwesen war, will die Gruppe nicht verraten. Auch kein Wort zu den möglichen Kosten des Ausbaus. Noch stehe ja das Konzept nicht. "Wir lassen uns nicht auf hypothetische Zahlenspiele ein, wissen aber, dass es nicht nur ein Appel und ein Ei sein wird", so Held. Eine Finanzierung über Bankkredite komme allerdings nicht in Frage. Hombach: "An Insolvenzen wie im Fall Kemmerich sieht man, was passieren kann, wenn die komplette Macht bei den Banken liegt." Um die Finanzierung auf mehr Füße zu stellen als die bereits vorhandenen zwölf, veranstaltet das Berghaus-Team am 8. Oktober einen Tag der offenen Tür. "Dabei wollen wir aber auch Menschen ansprechen, die inhaltlich mitgestalten wollen", so Hombach. Angst zu scheitern haben sie nicht. "Natürlich wollen wir keine Verluste machen, aber wir sind auch nicht in erster Linie auf Gewinn aus", erläutert Müller. "Wichtiger ist uns, aus diesem Miteinander ein Stück Lebensqualität ziehen."
Das Hotel Burggraf wurde im Jahr 1936 errichtet. Das Grundstück hat eine Größe von 14 000 Quadratmetern. 1958 kaufte es die Stadt Pforzheim und baute es in ein Kinderkurheim um. In den 80er Jahren pachtete es der Stadtjugendring Pforzheim, nutzte es als Schullandheim. 1989 ging es an die Stadt Freiburg. Zeitweise nutzte es das Studentenwerk als Wohnheim, zeitweise waren dort Asylbewerber untergebracht. Von 1996 an stand es leer. Im Oktober 2000 begann der Klinikumbau, der Ende 2001 wegen Insolvenz eingestellt wurde.
- Weitere Infos zum Projekt: http://www.berghaus-freiburg.de
Autor: Alexandra Sillgitt


