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15. März 2013

Von 2015 an rollen spanische Trams

Verkehrs-AG bestellt zwölf Bahnen für knapp 40 Millionen Euro.

  1. „Urbos“ heißt der Typ. Foto: VAG

Die Verträge sind unterzeichnet: Die Verkehrs-AG (VAG) teilte gestern mit, dass der Kauf von zwölf Stadtbahnwagen des spanischen Herstellers "Construcciones y Auxiliar der Ferrocarriles" (CAF) am Montag perfekt gemacht wurde. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. BZ-Informationen zufolge liegt er zwischen 35 und 40 Millionen Euro, inklusive Servicepaket.

Der Typ heißt "Urbos 100" (urbe bedeutet Großstadt), ist weltweit und auch in Freiburgs Partnerstadt Besançon unterwegs. Das Unternehmen CAF hatte sich gegen drei Konkurrenten um den Freiburger Auftrag durchgesetzt und kann nun Deutschlandpremiere feiern (die BZ berichtete).

Der "Urbos" ist dem "Combino" von Siemens, der seit der Jahrtausendwende durch Freiburg rollt, ziemlich ähnlich, was Länge (43 Meter), Gewicht (54 Tonnen), Sitzplätze (82) und Stehplätze (168) angeht. Darüber hinaus wartet der Spanier mit zwei Multifunktionszonen auf: sechs Klappsitze, die bei Bedarf für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen Platz machen. Mechanische Klapprampen sollen barrierefreien Einstieg an allen Haltestellen ermöglichen. Die Fahrgasträume sind klimatisiert. Bildschirme informieren über den Linienverlauf, und eine Videoanlage soll die Sicherheit erhöhen.

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Die Bahnen kommen ohne die auffälligen Außenspiegel aus, die durch Kamerasysteme ersetzt werden. In Weiß, Rot und Schwarz sollen die Wagen ausgeliefert werden und für bunte Werbung "problemlos" taugen, wie es in der Mitteilung heißt. Allerdings verfügt der "Urbos 100" nicht über einen Energiespeicher, der ihm über Streckenabschnitte ohne Oberleitung verhilft. Die Technik sei noch nicht ausgereift, sagte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt auf Nachfrage. Das Fahrzeug könne aber nachgerüstet werden. Es hatte in Freiburg die laute Forderung gegeben, den "Platz der Alten Synagoge" ohne die als störend empfundenen Oberleitungen umzugestalten.

Anders als bei den Combino-Lieferungen im Jahr 2000 und 2004 wird diesmal der Kaufpreis zur Geheimsache erklärt. Der Combino, bei dem sich später Sicherheitsprobleme zeigten, die Siemens für viel Geld beseitigen musste, hatte damals zwei Millionen Euro pro Stück gekostet. Sein spanischer Nachfolger dürfte bei drei Millionen Euro liegen. Die ersten sechs sollen zur Eröffnung der Linie zur Messe im Jahr 2015 aufs Gleis.

Autor: mac