Interview

Warum die Heilsarmee einen Winterspielplatz eingerichtet hat

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Mi, 15. November 2017

Freiburg

Die Heilsarmee will einmal pro Woche einen Winterspielplatz anbieten. Los geht’s am Donnerstag. Warum Eltern ihr Kind dort nicht einfach abgeben können und welche Motivation hinter dem Angebot steckt, hat Ingeborg Chevalley im Interview erzählt.

BZ: Warum lädt die Heilsarmee Kinder zum Spielen ein? In Freiburg ist die Freikirche sonst eher bekannt dafür, dass sie sich in der Obdachlosenhilfe engagiert.
Chevalley: Das stimmt, wir setzen uns hier vor allem für Wohnungslose ein. Doch geht unser soziales Engagement darüber hinaus. Wir sehen uns als Gemeinde, die für die Menschen in der Stadt da sein möchte, auf unterschiedliche Art und Weise. Aus diesem Grund wollen wir auch versuchen, den Kontakt zu Familien und Kindern zu bekommen. Wegen unserer Lage an der Löwenstraße mitten in der Innenstadt ist das nicht ganz so einfach, weil es eben kein Wohngebiet ist und dort kaum Familien leben.
BZ: Deshalb nun der Winterspielplatz?
Chevalley: In erster Linie öffnen wir unseren Gemeindesaal und unser Café, um Kindern mit Eltern, Großeltern oder Tagesmüttern einen Raum in der kühlen Jahreszeit zu geben, in dem sie sich aufhalten, spielen und reden können. Dort ist vielleicht ein bisschen mehr Platz als in der eigenen Wohnung, gerade wenn sich Kinder mit anderen Kindern treffen wollen. Wir wollen auch Angebote machen, die man zu Hause nicht unbedingt hat. Zum Beispiel haben wir eine kleine Hüpfburg und eine Rutsche, sodass die Kinder sich austoben können.
BZ: Wer betreut die Kinder? Gibt es auch jemanden, der beispielsweise das Windeln wechseln übernimmt?
Chevalley: Die Aufsichtspflicht liegt ganz klar bei den Eltern beziehungsweise Begleitpersonen. Man kann sein Kind nicht einfach abgeben, man muss dabei bleiben. Es gibt fünf Ehrenamtliche aus der Heilsarmee-Gemeinde, die gerne Kinder um sich haben. Sie werden da sein, um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen oder den Kindern vorzulesen und ein Auge darauf zu haben, dass die Kids die Bude nicht zerlegen. Wir haben beispielsweise eine leidenschaftliche Oma mit neun Enkelkindern dabei, eine Mitarbeiterin ist als Tagesmutter ausgebildet, eine Mutter mit vier Kindern, und ich habe auch drei Kinder groß gezogen. Es geht eher um die Erfahrung mit Kindern und dass man gerne für sie da ist. Windeln wechseln dürfen die Eltern gerne selber. Zur Not bekommen wir das aber auch hin.