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21. Juli 2010
Weg in ein normales Leben
Die Ägypterin Mona Sayed kann nach Operationen in Freiburg essen, kauen, reden und lachen.
Wer Mona Sayed vor drei Jahren gesehen hat, hätte das nicht für möglich gehalten. Die 21-jährige Ägypterin war durch eine massive Fehlbildung der Kieferknochen und des Kiefergelenks entstellt und nicht in der Lage Nahrung zu zerkauen. Auch konnte sie Worte nur undeutlich artikulieren. Heute hingegen spricht und lacht sie wie andere junge Leute, kann ihre Lippen schließen und essen, was ihr schmeckt und gefällt.
Was andere Ärzte zuvor für unmöglich erklärt hatten, leisteten Professor Rainer Schmelzeisen und sein Team aus der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Freiburger Universitätsklinik. Und zwar durch mehrere Operationen, wobei in der Zeit dazwischen ein Kieferorthopäde in Kairo die junge Frau ambulant behandelt hat. Bei einer letzten Operation nun, die der Oberarzt Ulrich Schwarz Anfang Juli vorgenommen hat, wurde der Oberkiefer ein letztes Mal verlagert und das Kinn noch einmal korrigiert.Auf das Kinn war Mona Sayed als kleines Mädchen gefallen. Der Stoß hatte einen Bluterguss im Bereich der Kiefergelenke bewirkt. Ohne medizinische Korrektur hatte sich in der Folge auf beiden Seiten unnötig viel Knochenmasse gebildet, die Gelenke versteiften und der Unterkiefer stellte sein Wachstum ein. Die Freiburger Chirurgen hatten zunächst die Kiefer voneinander gelöst und eine Distraktion des Unterkiefers eingeleitet. Dabei wurde der Knochen durchtrennt und in Millimeterschritten auseinander gezogen, wodurch sich in dem schmalen Spalt dazwischen auf natürliche Weise neues Knochengewebe bildete, was eine Verlängerung des Kiefers bewirkt hat.
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"Schon nach der Operation setzte eine deutliche Verbesserung ein", erzählt Mona Sayed, die jüngst ihr Studium der Massenkommunikationswissenschaften abgeschlossen hat und sich nun darauf freut, ein normales Leben führen zu können. Sie ist voller Dankbarkeit gegenüber den Ärzten und vor allem auch gegenüber ihrem Landsmann, dem Emmendinger Unternehmer Samir Swailem, der die Behandlungskosten bezahlt hat. Swailem war durch einen Beitrag über Mona Sayed in einer ägyptischen Zeitung auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam geworden und wandte sich an seinen Freund und Hausarzt Alexander Heisler, der dann die Verbindung zu Professor Schmelzeisen hergestellt hat.
Autor: Silvia Faller


