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15. September 2009 13:38 Uhr

Dirty Dancing, Patrick Swayze und die Folgen

Wie der Mambo nach Freiburg kam

Patrick Swayze, der Star von "Dirty Dancing", ist tot. Der Tanzfilm hat damals auch die Freiburger Tanzfans elektrisiert. In die Tanzschulen zogen Mambo und Hebefiguren ein,wie sich Tanzlehrer Eugen Fritz erinnert.

  1. Nichts verlernt: Tina und Eugen Fritz beim "Dirty Dancing". Foto: Ingo Schneider

Eugen Fritz war einst mit seiner Partnerin Ute Streicher Vize-Weltmeister im Tanzen. Seit 1975 ist er Tanzlehrer und er hatte auch schon eine Tanzschule, als 1987 der Film "Dirty Dancing" in die Kinos kam. Zum Tode von Patrick Swayze, dem Hauptdarsteller, erinnert sich Fritz an jene Zeit.

BZ: Herr Fritz, ist das Dirty-Dancing-Fieber damals auch in Freiburg angekommen?
Eugen Fritz: Das kann man sagen. Wir mussten mit unseren Tanzschülern die Tanzszenen aus dem Film nachstellen. Ich hab’ mir damals den Film fünf Mal im Kino angeschaut, um mir die Szenen einzuprägen.

BZ: Was war das damals für ein Tanzstil?
Fritz: Das war Mambo. Die Schritte sind so wie beim Salsa. Mambo ist quasi Salsa im Bigband-Sound. Den Rhythmus hatten die Bigbands damals in Kuba abgekupfert. Salsa ist viel urwüchsiger.

BZ: Hat Patrick Swayze Sie als Tänzer überzeugt?
Fritz: Sagen wir mal so: Man hat ihm schon angesehen, dass er nicht der Allround-Tänzer ist und dass er für diese Rollen hart trainieren musste. So wie er auch mit dem Gewicht hart an sich arbeiten musste, so dass er die schlanke Tänzerin auch halten konnte. Was er dann aber vorgeführt hat, das war astrein. Mambo war damals noch nicht weit verbreitet – es gab ihn eigentlich nirgendwo. Selbst wir als Tanzlehrer mussten uns erst wieder schlauer machen, wie der Mambo richtig getanzt wird.

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BZ: Auch Freiburg tanzte damals also Mambo?
Fritz: Der Film war absolut prägend. Wir haben damals sogar einen Elektriker kommen lassen und überlegt, in den Boden der Tanzfläche eine Beleuchtung einzubauen. Damit die Tanzfläche in verschiedenen Farben leuchten kann, so wie es auch im Film war. Das hat sich dann aber letztlich als zu schwierig und nicht praktikabel für eine Tanzschule erwiesen.

BZ: Ist heute noch etwas von Dirty Dancing geblieben?
Fritz: Erst dieses Jahr kam zu uns ein Paar aus dem Schwarzwald. Sie wollten als Hochzeitstanz den Mambo aus Dirty Dancing mit Lifts also Hebefiguren, der sogenannten Damenrolle und allem anderen. Das hat dann so gut geklappt, dass die Beiden später auf einer anderen Hochzeit als Gäste ihren Tanz noch einmal vorführen mussten.

BZ: Mit den Lifts?
Fritz: Ja. Die Beiden waren im Fitnessstudio.

Autor: rö