Städtische Kita Rieselfeld

Wie Integration in der Kita funktionieren kann

arü

Von arü

Mo, 18. April 2016 um 11:43 Uhr

Freiburg

"Wir fühlen uns gut gerüstet" sagt Claudia Frey von der Kita Rieselfeld. Ihr Team kann bei der Integration von Flüchtlingskindern auf Unterstützungsangebote zurückgreifen.

Claudia Frey ist in jeder Hinsicht baustellenerfahren: Von Beginn an leitete sie die 1998 eröffnete städtische Kindertagesstätte (Kita) im damals neu entstehenden Stadtteil Rieselfeld. Sich flexibel auf Unwägbarkeiten einzustellen, kann die Erzieherin nicht schrecken. "Wir fühlen uns gut gerüstet", sagt sie mit Blick auf die voraussichtlich zehn Flüchtlingskinder, die demnächst die Kita besuchen werden – im vollen Bewusstsein, dass es "keine einfache Aufgabe" wird: "Es ist eine Arbeit, die wir schon immer gemacht haben. Jetzt haben wir es mit Kindern aus einer schwierigen Lebenssituation zu tun, die eine besondere Achtsamkeit und Zuwendung brauchen."

Die Kinder sollen Ruhe nach der Flucht finden

Erst mal wollen sie und ihr Team schauen, welche Kinder woher kommen, sie kennenlernen und dafür sorgen, dass "Ruhe nach der Flucht" einkehrt. Weil die Erzieherinnen geregelte Abläufe dabei für elementar halten, werden sie darauf drängen, dass die Eltern ihre Kinder regelmäßig schicken. Sie werden sich um das Vertrauen der Eltern bemühen, ihnen die Abläufe in der Kita erklären, von der Anmeldung bis zum Essen.

Zur Seite steht ihnen ein Netz von erfahrenen Eltern, die einst selbst zugewandert und längst heimisch geworden sind: Etliche hätten sich bereit erklärt, Patenschaften für die Neuankömmlinge zu übernehmen und mit ihren Sprachkenntnissen auszuhelfen. Auch ein palästinensischer Mitarbeiter in der Küche könnte als arabisch-deutscher Sprachvermittler zum Einsatz kommen.

"Wir müssen das Rad nicht völlig neu erfinden", sagt Claudia Frey und besinnt sich auf die vielen Unterstützungsangebote, die ihr zur Verfügung stehen. Etwa ein gut eingeführtes städtisches Kita-Sprachförderkonzept sowie Integrationshilfen, stundenweise Heilpädagogik und Frühförderung, wenn das der Gesundheitszustand der Kinder erfordert. Dass einige traumatisiert sein werden, sei zu erwarten. "Aber ich muss die Traumata nicht wie ein Damoklesschwert über jeder Familie schweben sehen", so Frey. In einer einjährigen Team-Fortbildung an der Evangelischen Hochschule zur Resilienz (psychischen Widerstandsfähigkeit) hat sie gelernt, wie viele Kräfte und Fähigkeiten ein Mensch trotz widriger Voraussetzungen mitbringen kann. Die will sie freilegen helfen in einem Stadtteil, den sie als gut vernetzt erlebt. "Eine nachhaltige Pädagogik", sagt sie, "braucht mehr als den Mindestschlüssel an Personal."

24 Menschen mit Teildeputaten arbeiten in ihrem Team. Zurzeit seien nicht alle Stellen besetzt. Schwangerschaften, Studium, Umzüge führten zu Fluktuation: "Wir suchen immer Fachkräfte." Frey weiß, dass manche Einrichtungen mit der Aufnahme von Flüchtlingskindern Neuland betreten. Ein von der Stadtverwaltung eingerichteter Arbeitskreis für die Einrichtungen biete Gelegenheit zum Fach- und Erfahrungsaustausch.

Mehr zum Thema: