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26. April 2012 16:11 Uhr

Freiburg

Wiwilibrücke hat jetzt einen Fahrradzähler

Nach der Säule der Toleranz hat Freiburg jetzt noch ein Kuriosum: eine Velosäule. Die zählt an der Wiwilibrücke von sofort an jeden Radfahrenden. Die Zählstation ist ein Geschenk vom Land.

  1. Zählbares auf dem Elektorad: Minister Winfried Hermann (rechts) und Oberbürgermeister Dieter Salomon und der neue Fahrradzähler. Foto: Ingo Schneider

  2. Der Minister setzt sich den Fahrradhelm auf. Foto: Ingo Schneider

  3. Foto: Ingo Schneider

Auf der Rampe der Wiwilibrücke ist eine Induktionsschleife verlegt worden. Die zählt fortan bei der Überfahrt jeden Radfahrenden – und zeigt die Gesamtzahl auf dem digitalen Display einer Fahrradzählstation an. 2,5 Millionen Fahrten sollen in einem Jahr zusammenkommen. Die erste Zählstation in Baden-Württemberg, die am Donnerstag in Betrieb genommen wurde, soll als Motivation dienen, damit noch mehr Freiburger sich aufs Rad setzen.

"Wir haben zwar nicht viel Geld, aber etwas im Kopf, wir haben Ideen." Winfried Hermann
Die 20 000 Euro teure Anlage bekommt die Stadt als Geschenk für den Titel "Fahrradfreundliche Kommune", den Freiburg mit Karlsruhe und Offenburg errungen hat. "Das ist eine Fahrradexzellenzinitiative" kommentierte OB Dieter Salomon den Erfolg der badischen Achse. Salomon und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) lieferten mit einer Probefahrt mit städtischen Dienst-E-Bikes gleich Zählbares für die neue Anlage ab. Der Minister lobte Freiburg für die konzeptionelle Arbeit und sein Radkonzept. Das Land will den Radverkehr weiter voranbringen: "Wir haben zwar nicht viel Geld, aber etwas im Kopf, wir haben Ideen."

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Die Zähler liefen schon am Donnerstag: Da passierten in 24 Stunden rund 10.000 Radler die blaue Wiwilibrücke, die laut OB Salomon die am stärksten frequentierte Radstrecke in ganz Deutschland sei.

70 Prozent des Verkehrs in Freiburg ist umweltfreundlich: zu Fuß, per Rad oder mit Bus oder Bahn. Das Auto hat nur einen Anteil von 30 Prozent.

ADFC sieht Nachholbedarf

Die Rückseite der Velosäule zur Bismarckallee hin, wendet sich denn auch an die Autofahrer: "Hier zählen (wir) Sie, wenn sie mit dem Rad fahren". Die Digitalanzeige der Zählstation erfasst den Tageswert der Radler und summiert die Jahreszahlen, inklusive der eingesparten Co2-Emissionen. Bis 2,5 Millionen Fahrten reicht übrigens die Anzeige – diese Zahl gibt Baubürgermeister Martin Haag als Ziel aus. Und wenn’s gelingt? "Dann müssen wir eine neue Skala anbringen", schmunzelte Haag.

Johannes Bruns vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) verwies auf die To-Do-Liste hin, die es – Preis hin, Preis her – in Freiburg gebe. "Karlsruhe hat Gas gegeben, mehr Geld investiert und Freiburg zuletzt abgehängt", so der Radverkehrsexperte.Das neue Radverkehrskonzept sei Teil der notwendigen Aufholjagd. Die Jury der "Fahrradfreundlichen Kommune" habe auch auf Sicherheitsmängel hingewiesen. Veraltete Radwege müssten dringen umgewidmet werden. Und Bruhns verwies auf fehlende Mindestbreiten, etwa bei den Radspuren der neuen Heinrich-von-Stephan-Straße. Die sollten 2 Meter breit werden, erreichen aber nur 1,60 Meter.

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Autor: Joachim Röderer