Zum Finale nach New York

Gina Kutkat

Von Gina Kutkat

Mo, 10. September 2018

Freiburg

Es geht um eine Million US-Dollar: Freiburger Studierende stehen mit ihrer Erfindung in der Endrunde des Hult Prizes der UN.

FREIBURG. Sie haben ein Gerät entwickelt, das für sichere Operationen in Entwicklungs- und Schwellenländern sorgen soll: Vier Studierende der Uni Freiburg stehen mit ihrer Erfindung im Finale des Hult Prizes der UN. Sie haben sich gegen 150 000 Bewerber durchgesetzt.

Der Name ist futuristisch, die Idee dahinter vielleicht eine Million US-Dollar wert: Vier Studierende der Uni Freiburg haben ein Gerät entwickelt, das medizinische Instrumente mit Solarenergie sterilisiert. Mit dem sogenannten "Hybriclave" stehen Laila Berning, Saji Zagha, Federico Castillejo und Andrew Bonneau im Finale des Hult Prize bei den Vereinten Nationen in New York.

"Ich schätze unsere Chancen ganz gut ein, da wir bei unserer Präsentation in der sechsten Woche des Wettbewerbs bereits den ersten Platz belegt haben", sagt Laila Berning. Die 25-Jährige studiert wie ihre Teammitglieder an der Universität Freiburg "Environmental Governance" und steht kurz vor ihrer Masterarbeit.

Gegen 150 000 Bewerber haben sich die Freiburger – alle Mitte bis Ende zwanzig – bereits durchgesetzt und sich als einzige deutsche Gruppe für die Endrunde in New York qualifiziert. Dort geht es am Mittwoch 15. September um das Preisgeld von einer Million US-Dollar. "Gegen uns treten noch fünf weitere Teams an", so Berning.

Am Anfang der Idee stand ein Problem: Weil ländliche Krankenhäuser in Entwicklungsländern nicht immer Zugang zu Elektrizität haben, ist es schwierig, medizinische Instrumente zu sterilisieren. Normale Geräte zur Sterilisation – Autoklaven genannt – sind laut Berning in diesen Ländern deswegen nicht geeignet.

Der Hybriclave misst etwa 1,5 Meter und funktioniert mit solar-thermischer Energie. Durch verschiedene Energiequellen werden Hitze, Druck und Dampf im Druckbehälter generiert, um die Instrumente zu sterilisieren. Einen ersten Prototyp haben die Studierenden mit ihrem Ingenieur in Uganda entwickelt. "Die ersten Tests sind positiv verlaufen", so Berning. "Gerade bauen wir einen Prototypen für Deutschland, um noch mehr Tests in Zusammenarbeit mit dem Labor des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene in Freiburg durchzuführen."

Die vier Studierenden, die alle schon in diversen Geschäftsgründungen involviert waren, bauen nebenbei das Startup "Noor Medical" auf. Ihre Mission ist es, weltweit sichere Operationen zu ermöglichen. Aktuell sind sie dabei, ihr Unternehmen in Dänemark zu registrieren. Sollten sie den Wettbewerb gewinnen, wird das Geld ins Startup gesteckt.

Kommenden Mittwoch fliegt das Team nach New York, bis dahin feilen die vier noch an ihrer Präsentation und suchen nach weiteren Projektpartnern.

Und auch wenn es nicht zu einem Sieg reichen sollte, wäre die Teilnahme am Hult Prize für die vier Freiburger Studenten ein Gewinn. "Bei der UN sitzen auch einige Investoren und potentielle Partner im Publikum, für die unsere Idee interessant sein könnte."