Zwölf Listen für den Gemeinderat?

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 04. Februar 2014

Freiburg

Bei der Kommunalwahl im Mai wird es ein großes Bewerberfeld geben / Die AfD überlegt noch.

Die Kandidatinnen und Kandidaten von elf Parteien und Wählerinitiativen haben sich vor fünf Jahren bei der Kommunalwahl um Sitze im Freiburger Gemeinderat beworben. Dieses Jahr könnte es sogar die Rekordzahl von zwölf Listen werden. Auch die Alternative für Deutschland (AfD) überlegt, in Freiburg anzutreten.

2009 teilten sich die 48 Ratssitze auf insgesamt zehn verschiedene Listen auf – damit gibt es in Freiburg die größte politische Vielfalt aller Großstädte im Land. Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt Stuttgart schafften es vor fünf Jahren nur sieben Parteien und Gruppierungen ins Stadtparlament, in Karlsruhe acht und in Mannheim sechs (plus eine parteiunabhängige Stadträtin).

Der Trend zur Vielfalt könnte sich bei der Wahl 2013 fortsetzen. Denn nach Lage der Dinge könnten dieses Mal sogar zwölf Listen antreten. Bis zum 28. März bleibt Zeit, die Wahlvorschläge einzureichen. CDU, Grüne, SPD, Linke Liste und FDP haben bereits nominiert. Kulturliste, Freie Wähler und Unabhängige Frauen bereiten ihre Nominierung vor. Im heutigen Gemeinderat bilden Linke Liste, Unabhängige Frauen und Kulturliste eine gemeinsame Fraktion (7 Sitze insgesamt).

Anmeldefrist läuft noch bis zum 28. März

Die Grüne Alternative Freiburg (GAF/ aktuell zwei Sitze) wird – nach überwundenen Querelen im Unterstützerkreis vor einiger Zeit – auf jeden Fall wieder mit einer kompletten Liste antreten, so Stadträtin Monika Stein auf BZ-Nachfrage. "Junges Freiburg" – derzeit mit einem Sitz im Gemeinderat und in einer Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen vertreten – hat sich im vergangenen Jahr zwar aufgelöst, plant aber für die Kommunalwahl ein Comeback: "Es wird sicher eine Liste geben", erklärt Lukas Mörchen, Vorsitzender des Schülerrates.

Fest steht auch, dass mindestens ein Neuzugang auf dem Wahlzettel zu finden sein wird: Die Liste " Freiburg Lebenswert" hat ihre Kandidatur schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Am kommenden Montag sollen nun die Kandidatinnen und Kandidaten nominiert werden. Die neue Liste um die Vorsitzende Gerlinde Schrempp arbeitet sich bereits in Themen ein. Noch in diesem Monat wird es eine Pressekonferenz zum "SC-Stadion" geben. Das schon länger angekündigte wohnungspolitische Programm ist weiter in Arbeit.

Und auch die Alternative für Deutschland (AfD) überlegt, bei der Kommunalwahl am 25. Mai in Freiburg den Hut in den Ring zu werfen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hieß es am Montag bei der Geschäftsstelle auf Nachfrage. Die AfD ist gerade dabei, die Mitglieder zu diesem Thema zu befragen.

Übrigens: Bei der Kommunalwahl 2009 ging von den elf angetretenen Listen nur eine einzige beim Verteilen der Ratsmandate leer aus: die Initiative "Für Freiburg". 1,8 Prozent der Stimmen reichten knapp nicht für einen Sitz. Die Liste wird 2014 nicht mehr dabei sein.