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11. Mai 2017

Engagement

Freiburger Mitmachtage: Aktive Werbung fürs Ehrenamt

Rund 40 Initiativen, Gruppen und Vereine geben bei den dritten Mitmachtagen Einblick in ihre Arbeit. Noch werden Helfer gesucht.

Die Zielgruppe für die dritten Freiburger Mitmachtage ist so vielfältig wie die Angebote: Sie reicht von Studierenden, die neu in der Stadt sind, bis zu künftigen Ruheständlern. "Wir wollen Menschen jeden Alters einladen, sich freiwillig zu engagieren", sagt Bernarda Deufel von der Freiwilligen-Agentur, "wir wollen erste Kontakte knüpfen und ein niederschwelliges Angebot machen." Initiatoren sind verschiedene Wohlfahrtsverbände, der Stadtjugendring und die Stadt Freiburg.

Menschen, die sich für ehrenamtliche Arbeit interessieren, bekommen nicht nur an einem Stand einen Flyer in die Hand gedrückt, sondern können praktisch mithelfen. "So erfahren sie gleich, wie es wäre, wenn sie dort mitmachen würden", erklärt Bertram Goldbach vom Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche, der mit inklusiven Freizeitgruppen für Senioren und Erwachsene an mehreren Tagen dabei ist. Vom 17. bis zum 20. Mai geben rund 40 Vereine, Gruppen und Initiativen Einblick in ihre Arbeit und fordern auch dazu auf, mit anzupacken.

"Bei uns haben letztes Mal auch noch Tage später Leute angerufen und gefragt, ob sie kommen dürfen", erzählt Renate Knödel von der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit (VFS), "natürlich sind sie immer willkommen." Im vergangenen Jahr hat die VFS während der Mitmachtage in den Kleiderladen eingeladen, diesmal ist sie zusätzlich mit dem Kleidermagazin und der Nähwerkstatt dabei, einem Projekt für Flüchtlinge an der Kaiserstuhlstraße. Zwölf Ehrenamtliche helfen dort laut Knödel mit, "20 könnten wir gut gebrauchen". Unter den 20 bis 30 Flüchtlingen, die jeden Tag kommen, seien auch viele Männer, die in ihrer Heimat Syrien oder Irak Schneider waren. Es gehe aber nicht nur ums Nähen, sondern vor allem um die sozialen Kontakte und darum, die Sprache zu lernen. "Wir machen auch viele Ausflüge zusammen, so weit die Regiokarte reicht", sagt Knödel.

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Rund 50 ehrenamtliche Helfer gibt es derzeit im Heinrich-Hansjakob-Haus des Caritasverbands, einer Begegnungsstätte für ältere Bürgerinnen und Bürger. Am Mittwoch, 17. Mai, können Interessierte dort vormittags beim Beratungstag reinschnuppern, bei der Mittagessenausgabe helfen oder nachmittags zum Singkreis kommen. "Der Schwerpunkt liegt zwar auf älteren Menschen, aber es kann kommen, wer will", erklärt Wilhelm Pfaff vom Heinrich-Hansjakob-Haus, "wir wollen die sozialen Kontakte fördern."

Etwa 32 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger engagieren sich ehrenamtlich, das habe die jüngste Bürgerumfrage ergeben, sagt Gerhard Rieger von der städtischen Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement. Das sei im Vergleich zur vorherigen Befragung ein deutlicher Anstieg und ein erfreuliches Zeichen "für die Lebendigkeit und Lebensfähigkeit der Stadt". Die Angebote bei den Mitmachtagen seien bewusst auf das gesamte Stadtgebiet verteilt, um möglichst viele Menschen anzusprechen. Als "erster Impuls" hätten sie sich bereits bewährt. Das bestätigt auch Michaela Elbs vom Caritasverband, der darüber schon regelmäßige Helferinnen und Helfer gewonnen hat: "Es sind keine Massen, die kommen, aber wir haben gute Erfahrungen gemacht bei den ersten beiden Mitmachtagen."

3. Freiburger Mitmachtage vom 17. bis 20. Mai. Alle Angebote im Internet unter: mitmachtage.de. Erstmals gibt es vom 8. bis 19. Mai auch Infos unter Tel. 0761/ 2168738 und per Mail: selbstfrei@kur.org

Autor: Daniela Frahm