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23. Januar 2009

Eine Rückkehr im Triumph

Die Heiligenzeller Kirche war überfüllt mit Gästen, die die Schwarzwaldfamilie Seitz hören und erleben wollten.

FRIESENHEIM-HEILIGENZELL. Am Sonntag hat die Schwarzwaldfamilie Seitz einen Konzertabend in der Herz-Jesu-Kirche des Friesenheimer Teilorts Heiligenzell gegeben. Gabi Seitz stammt aus Heiligenzell. Sie ist das Herzstück des Ensembles. Es war eine Rückkehr im Triumph.

Vor rund 20 Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Gatten Karlheinz Barbo, Gitarre und Tasteninstrumente, die von ihren Eltern Wendelin und Johanna Seitz gegründete Schwarzwaldfamilie Seitz wieder aufleben lassen. Damals hatten neben den Eltern die drei Schwestern Gabi, Michaela und Manuela zum Ensemble gehört, dessen Markenzeichen der mehrstimmige Gesang war. Der Familienname Seitz lässt sich in Friesenheim bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Verbundenheit der Heiligenzeller mit der Familie und ihrer Kunst zeigte sich am Besuch. Weit über 300 Gäste füllten die Kirche, es mussten mit Bierbänken zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Das Programm reichte von Charles Gounods "Ave Maria" – das auf ein Motiv von Johann Sebastian Bach aus dessen Werk "Das wohltemperierte Klavier" zurückgeht – über Volks- und Kirchenlieder bis hin zu "Oh happy day". Letzteres war ein echter Knaller. Das Publikum klatsche begeistert im Rhythmus mit. Das "Ave Maria" hört man in Kirchen in aller Regel unterlegt von der Orgel. Die Seitzens entschieden sich anders. Karlheinz Barbo, Gatte von Gabi Seitz, zupfte das einprägsame fließende Thema auf der Gitarre, was sehr gut passt. Das stete Schreiten einerseits und die auf barocke Weise perlenden Viertel ist bei diesem Instrument gut aufgehoben.

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Gabi Seitz sang ungekünstelt und innig. Überhaupt entfalteten die Lieder in der schwingenden Akustik der Kirche eine große Wirkung. Das gilt auch und gerade für so schlicht-schöne Lieder wie "Segne Du, Maria, segne mich Dein Kind, dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find...", natürlich mehrstimmig vorgetragen. Neben dem jüngsten Ensemblemitglied Annette gehört auch Manuela Seitz, die jüngste der Seitz-Schwestern, wie früher zum Ensemble. "Mit Gott durch den Tag" war das Motto des Konzerts. Zwischen den Liedern erzählte Gabi Seitz kleine Geschichten, gepaart mit Gedichten oder erläuterte alte Bräuche.

Zum Abschluss wurde das bekannte, 250 Jahre alte Kirchenlied "Großer Gott, wir loben dich" von Ignaz Franz gesungen – eines der wichtigsten ökumenischen Kirchenlieder, gefolgt vom "Abendlied" von Matthias Claudius: "Der Mond ist aufgegangen." Karlheinz Barbo hat es neu vertont und mit einer ruhigen, dem friedlich-hoffnungsvollen Tagesausklang angemessenen Melodie versehen.

Autor: Robert Ullmann