Jugendbüro bleibt wichtige Anlaufstelle für jugendliche Flüchtlinge

Christian Kramberg

Von Christian Kramberg

Mo, 10. September 2018

Friesenheim

Der Friesenheimer Jugendreferent Andreas Pahlow legt seinen Jugendbericht vor / Am Ferienprogramm im Sommer nahmen knapp 170 Kinder teil.

FRIESENHEIM (ch). Wie steht es mit der offenen Jugendarbeit in Friesenheim und wie soll es damit in Zukunft weitergehen? Der Friesenheimer Jugendreferent Andreas Pahlow wird dem Gemeinderat am Montag den Sachstandsbericht und den Ausblick auf 2019 vorlegen.

Die offene Jugendarbeit wird in Friesenheim derzeit von fünf Mitarbeitern betrieben. Andreas Pahlow (100 Prozent) wird von drei Erziehern, die sich 57 Prozent teilen, und einem FSJ-ler (70 Prozent) unterstützt. Die Arbeitszeit von Pahlow verteilt sich vor allem auf die Betreuung des Jugendbüros (14 Stunden die Woche), das Ferienprogramm (9 Stunden) sowie Konzeption, Organisation und Büro (7 Stunden).

Für die Jugendlichen in Friesenheim und den Ortsteilen gibt es Räume, in denen sie sich treffen können:
» Das Jugendbüro "Alte Post" in Friesenheim ist unter der Woche täglich geöffnet. Die Besucherzahlen schwanken zwischen fünf und 30 pro Tag, im Schnitt sind es zwischen zehn bis 20. Drei Viertel sind Jungen, ein Viertel Mädchen.
Jugendraum Oberschopfheim: Seit Juni 2009 wird offene Jugendarbeit angeboten. Anfangs ohne feste Räume, kann mittlerweile ein KJG-Raum im Kindergarten St. Elisabeth genutzt werden. Der Raum wird einmal wöchentlich für vier Stunden durch den Jugendreferenten geöffnet. Seit 2016 nutzt eine Jugendgruppe von etwa sechs Jungs den Raum regelmäßig als Treffpunkt und zum Spielen. Ihr Alter beträgt im Schnitt zwölf Jahre.
» Rathauskeller Schuttern: Im Herbst 2015 eingerichtet, gab es Probleme mit der Feuchtigkeit, die erst 2018 behoben werden konnten. Für den Herbst ist eine regelmäßige Nutzung wieder geplant.
Jugendliche aus Heiligenzell und Oberweier besuchen das Jugendbüro in Friesenheim. Aufgrund der geringen Distanz besteht kein Bedarf an eigenen Räumen. Heiligenzell verfügt über eine Jugendhütte mit Basketballkorb, die punktuell vom Jugendreferenten betreut wird.
» Skate-/Dirtplatz: Seit 2010 besteht der Skateplatz beim Ziegelhof, 2014 wurde der Dirt- oder BMX-Platz in Oberweier eingeweiht. Diese Plätze werden nur punktuell betreut.

Daneben gibt es weitere Aufgabenfelder
für die Hauptamtlichen: Suchtprävention, Jugendbeteiligung (siehe Bericht in der Donnerstag-Ausgabe), Beratung, aufsuchende Jugendarbeit, außerschulische Bildungsangebote, Freizeitangebote und besondere Projekte, wie die Beteiligung am Friesenheim-Tag auf der Landesgartenschau oder das kommunalpolitische Planspiel "Eine Straße für Felddorf".

Integration, Kommunalwahl und Jugendbeteiligung

Zum Thema Integration äußert sich Andreas Pahlow explizit in seinem Bericht. Integration sei im Jugendbüro ein verstärktes Thema, seitdem 2015 die ersten Flüchtlinge nach Lahr gekommen seien. "In der Vergangenheit kamen Jugendliche mit unterschiedlichen Migrationshintergründen ohne nennenswerte Konflikte einfach zusammen." Sie kannten sich teilweise von Kindergarten und Schule. Die Gruppe der Flüchtlingsjugendlichen stelle jedoch eine fremde Gruppe dar. Integrationsangebote sollen helfen, Vorurteile durch persönlichen Kontakt vorzubeugen oder abzubauen und damit ein Miteinander zu ermöglichen. Mittlerweile hätten einzelne jugendliche Flüchtlinge das Jugendbüro und den Jugendraum in Oberschopfheim als festen Anlaufpunkt angenommen. Auch vom Stammpublikum seien diese Jugendlichen akzeptiert.

Themen für die Zukunft sind neben der Jugendbeteiligung (wir haben berichtet) die Kommunalwahlen 2019. Vor fünf Jahren hatte es einen Kommunalpolitiker-Triathlon mit Jugendlichen, ein Planspiel, eine Testwahl und Podiumsdiskussion veranstaltet. Die Kommunalwahl 2019 stelle wieder eine Herausforderung dar, schreibt Andrea Pahlows. Eine Konzeption soll bis Dezember erstellt werden.