"Nur trainieren, das reicht nicht"

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Sa, 08. September 2018

Friesenheim

BZ-INTERVIEW mit Günter Lauer, Sportwart beim Tischtennis-Club Friesenheim, über das Zweiermannschafts-Turnier am Sonntag.

FRIESENHEIM. Morgen, Sonntag, zieht es Tischtennisspieler aus ganz Südbaden wieder nach Friesenheim, wenn der Tischtennis-Club (TTC) sein jährliches Zweiermannschafts-Turnier veranstaltet; Beginn ist um 9 Uhr in der Sporthalle. Günter Lauer, Sportwart beim TTC, ist der Kopf des Organisationsteams. Mit BZ-Redakteurin Theresa Steudel hat er über den Wettbewerb gesprochen.

BZ: Das Turnier geht in die 38. Mal Runde. Um was genau wird gespielt?
Lauer: Im Prinzip ist es eine Vorbereitung mit Spielpraxis für die Spielrunde, die kommende Woche beginnt – ein letzter Test vor der neuen Saison. Es gibt kleine Preise, aber hauptsächlich geht es ums Spielen. Jede Mannschaft, die kommt, macht mindestens drei bis vier Spiele. Jedes Spiel ist beendet, wenn eine Mannschaft den dritten Siegpunkt errungen hat. Wer also drei Sätze gewonnen hat, gewinnt das Spiel, aber das kann schon mal eineinhalb Stunden dauern.
BZ: Es handelt sich um ein TTR-relevantes Turnier, die Spieler werden also im Tischtennisrating bewertet. Wozu ist dieses Rating gut?
Lauer: Es sagt aus, in welcher Position jemand in der Mannschaft spielen kann. Bewertet wird, wie viel Spiele jemand gewonnen hat. Deswegen gibt es auch einige Spieler, die nicht kommen, weil sie Sorge haben, dass sie sich durch das Training vielleicht verbessern, im Rating aber schlussendlich verschlechtern.
BZ: Wie viele Teilnehmer erwarten Sie?
Lauer: Wir haben derzeit Anmeldungen von etwa 40 Mannschaften, ich erwarte um die 50 und damit um die 100 Teilnehmer. Das ist eine gute Beteiligung. Wir hatten Zeiten mit 80 Mannschaften, das war eigentlich zu viel. Pro Verein haben sich da früher um die fünf Mannschaften gemeldet, inzwischen sind es nur noch zirka zwei.
BZ: Woher kommen die Spieler?
Lauer: Aus ganz Südbaden, bis nach Karlsruhe und Raststatt in den Norden, im Süden bis hinter Freiburg und vom Bodensee. Da sind wir schon drauf angewiesen, aus der Ortenau allein kommen nicht mehr viele. In der unteren Spielklasse haben wir die meisten Anmeldungen. Jeder muss mindestens in der Klasse spielen, in der er auch in der kommenden Spielrunde unterwegs ist. Nur höher darf man spielen, da haben wir nichts dagegen.
BZ: Bieten auch andere Vereine solche Vorbereitungsturniere an?
Lauer: Fessenbach bietet seit zwei Jahren ein ähnliches Turnier an, allerdings nur für Einzel- und nicht für Zweiermannschaften. Ansonsten gibt es hier in Südbaden kein weiteres wie unseres, aber wir haben auch die entsprechend große Halle dafür.
BZ: Warum ist Ihr Zweiermannschaftsturnier denn wichtig?
Lauer: Man braucht natürlich eine gute Rundenvorbereitung und muss Praxis sammeln. Wenn man nur trainiert, reicht das nicht. Gerade jetzt ist das wichtig, weil viele Vereine nämlich nicht mehr mit Zelluloid-Bällen, sondern mit Plastikbällen spielen. Das ist schon eine Umstellung, das muss man üben, der Ball fliegt ganz anders. Wir spielen jetzt auch das erste Jahr damit. Dieses Jahr darf man noch wählen, ab nächstem Jahr ist der Plastikball dann ein Muss, das hat der Deutsche Tischtennis-Verbund vorgeschrieben.
BZ: Und worin liegt der Vorteil dieses Plastikballs? Ist er günstiger?
Lauer: Im Gegenteil, er ist teuer. Da steht ein gesundheitlicher Aspekt dahinter. Der Zelluloid-Ball ist leicht entflammbar, deswegen wollen viele Transportunternehmen auch keine Zelluloid-Bälle mehr transportieren.

Günter Lauer: Der 65-Jährige ist seit seinem 14. Lebensjahr beim Tischtennisverein, im Vorstand seit 1972. Als Sportwart ist der ehemalige Lehrer an der Lahrer Berufsschule unter anderem dafür zuständig, alle Turniere zu organisieren. In seinem ganzen Leben hat Günter Lauer bei Turnieren bisher nur ein einziges Tischtennisspiel verpasst.