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15. April 2010

Wie Kräuter heilend wirken können

Vortrag rund um Heilpflanzen aus dem Garten im Georg-Schreiber-Haus.

  1. Wärmt, wenn’s kalt ist: Salbei Foto: ddp

FRIESENHEIM (spö). Sein Wissen über Heilpflanzen im Garten hat am Dienstag Abend Rudi Beiser aus Schuttern ins Georg-Schreiber-Haus gebracht. Mehr als 40 Interessierte erfuhren, dass Pflanzen wie Calendula, Lavendel und Rosmarin ihrem Namen nach nicht nördlich der Alpen heimisch waren. "Benedikt von Nursia sorgte mit seinem Orden maßgeblich für die Verbreitung der Heilpflanzen", beschreibt Rudi Beiser, der am Ort der klösterlichen Gärten in Schuttern seine Kräutermanufaktur La Luna betreibt.

"Nur wer zum richtigen Zeitpunkt erntet und richtig trocknet, erzielt den maximalen Wirkstoffgehalt", so Beiser. Bei ihm blieben Blätter und Blüten stets unzerkleinert. Nach Trocknung im Dunkeln unterhalb einer Temperatur von 40 Grad könnten dann zum Beispiel ätherische Öle optimal konserviert werden. Im Handel finde man vielfach Kräuter fast ohne Wirkstoffgehalt. Rudi Beisers Wissen führte die Zuhörer tief in die Geschichte häufiger Gartenkräuter. Die längste Zeit seiner Entwicklung sei der Mensch allein auf ihre Heilkraft angewiesen gewesen. Beiser erklärte manchen Kräuterzauber, der aus vorchristlicher Zeit in ein marianisches Brauchtum übernommen wurde: Kräuterbüschel zum Beispiel, die Haus und Hof Segen bringen und im Ofen verbrannt vor Blitzschlag schützen sollten. Zwischen der genauen Behandlung von Malve, Salbei, Lavendel, Ringelblume, Thymian und Melisse tauchten Anekdoten aus der Heilpflanzenwelt auf. Es wurde erklärt, was die Ursprünge des Rezeptes von "Klosterfrau Melissengeist" oder "Echt kölnisch Wasser" sind, und mit welchen Pflanzen man sich im Mittelalter vor der Pest zu schützen oder einen Liebeszauber bewirken glaubte. Anhand von Fotografien erläutert Rudi Beiser neben dem Aussehen auch die Inhaltsstoffe der heilkräftigen Pflanzen sowohl in ihrer historischen Verwendung als auch in ihrer tatsächlichen Bedeutung. Die Wirkung der Königskerze könne beispielsweise auf die Art des Hustens angepasst werden, je nachdem ob man einen warmen oder heißen Aufguss zubereitet. "Wer sie frisch im Garten hat, soll Heilkräuter frisch verwenden", rät Rudi Beiser. Kolpingverein und Frauengemeinschaft haben mit ihrem Gastredner Rudi Beiser die Lust auf das Sprießen der ersten frischen Kräuter deutlich gesteigert.

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Autor: spö