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20. Juli 2013

Gemalter Staub und eingepackte Bäume

Neue Ausstellung im Gundelfinger Rathausfoyer mit Werken von Elisabeth Nedela.

  1. Elisabeth Nedela zeigt ihre Werke in Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

  2. Elisabeth Nedela zeigt ihre Werke in Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Festlegen lässt sich Elisabeth Nedela ungern – weder bei Motiv, Farbe oder Stilrichtung. Davon überzeugen können sich die Besucher des Gundelfinger Rathauses seit Mittwoch. Dort im Foyer wurde die neue Ausstellung des Kunstvereins Gundelfingen von der Vorsitzenden Ulrike Bach eröffnet – mit Werken von Elisabeth Nedela.

Im Kontrast zur vorherigen Ausstellung, die mit farbenfrohen, schon fast expressionistischen Werken beeindruckte, ziehen die Bilder von Elisabeth Nedela mit ihren klaren Formen den Besucher der Ausstellung sofort in Bann. In den 36 in Acryl und wasserlöslichen Ölfarben auf Leinwand hergestellten Bildern zeigt sich die große Bandbreite der Künstlerin. Die Motive reichen von Muscheln, Spinnennetzen und Porträts bis hin zu in Monotypie hergestellten Gemälden, die Pariser Szenen zeigen. Dabei malt die Künstlerin statt auf Leinwand auf Glas oder Metallplatten und drückte diese mit der noch feuchten Farbe auf Papier.

"Mit ihrer Malerei bleibt die Künstlerin nicht an der Oberfläche – ihre Bilder ziehen uns an", sagte Astrid Hille. Die Kunstexpertin führte die zahlreichen Besucher der Vernissage in die Ausstellung ein und wusste, worüber sie sprach: "Ich habe fast alle Bilder im Entstehungsprozess begleitet." Nedela Arbeiten bestechen durch intensive Motive, die Emotionen auslösen und beschreiben, wie Hille verdeutlichte. Markante Gesichter, die an Romane erinnern, düstere Skylines mit Geäst, das nur ein wenig den Sonnenuntergang durchscheinen lässt, Häuser, die am Bodensee stehen, und Fischernetze, die Verwirrung vermitteln. Die Künstlerin, die in ihrem Hauptberuf Krankenschwester an der Freiburger Universitätsklinik ist, widmet sich mit ganzer Intensivität stets einem Thema. Bei der Aufgabe "Wasser" etwa malte sie ein Schwimmbecken oder auch Muscheln, zum Thema Verpackung stellte sie Blumen unter Frischhaltefolien und wickelte einen Baum nach der Methode Christo ein. Bewegung stellt sie mit Kaffee dar, Durchsichtigkeit mit Staub und Scherben.

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Elisabeth Nedela begann schon sehr früh mit dem Malen. Aber erst nach der Ausbildung zur Krankenschwester begann sie, die Malerei intensiv zu erlernen. Manche Bilder erinnern – wohl aufgrund ihres Berufs – an anatomische Zeichnungen aus Lehrbüchern. Nach ihrer beruflichen Ausbildung belegte Nedela ein Fernstudium an der Freien Kunstakademie in Zürich. Viele weitere Kurse folgten.

Elisabeth Nedela ist am Bodensee aufgewachsen, lebt aber schon seit vielen Jahren in Gundelfingen. Mit ihren Bildern hat sie schon verschiedene Themenausstellungen bestückt.

Autor: Andrea Steinhart