Grundsatzentscheidung

Gemeinderat Freiburg stimmt für neues SC-Stadion am Wolfswinkel

Joachim Röderer, aktualisiert um 21.40 Uhr

Von Joachim Röderer & aktualisiert um 21.40 Uhr

Di, 18. November 2014 um 20:16 Uhr

Freiburg

Mit 33 zu 10 Stimmen hat sich der Freiburger Gemeinderat für ein neues SC-Stadion im Wolfswinkel auf dem Flugplatz ausgesprochen. Ob der Beschluss bestehen bleibt, zeigt sich indes erst Anfang 2015.

Dann nämlich, am 1. Februar, werden die stimmberechtigten Freiburgerinnen und Freiburger die Stadionfrage klären. Was die Grundsatzentscheidung mit Dreiviertel-Mehrheit im Gemeinderat wer ist, wird sich erst beim Bürgerentscheid klären.

Es war ein kleiner historischer Moment im Ratssaal: Erstmals hat nämlich das Stadtparlament selbst einen Bürgerentscheid auf den Weg gebracht (Fotos). Alle vorherigen waren sozusagen gegen den Gemeinderat entstanden. Das Votum pro Bürgerentscheid fiel einstimmig (Kommentar).

"Es gibt keinen besseren Standort als den Wolfswinkel." OB Salomon
Zuvor waren großteils sachlich und fair alle Argumente für und gegen eine neue SC-Arena für insgesamt rund 110 Millionen Euro im Freiburger Westen ausgetauscht worden. "Es gibt keinen besseren Standort als den Wolfswinkel", hatte OB Dieter Salomon noch einmal die Lage aus seiner Sicht zusammengefasst. Es gebe keine Alternative – auch nicht im Umland. "Keine Gemeinde dort hätte die Finanzkraft, den Stadionbau mit einer Bürgschaft zu versehen, wie wir es können."

Salomon betonte, dass trotz der Pläne fürs Stadion keine anderen wichtigen Projekte auf der Strecke blieben. Die Stadtbahnlinien würden weiter gebaut, die Staudingerschule neu errichtet, der dritte Abschnitt beim Augustinermuseum umgesetzt. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren die Schuldenlast gesenkt, so dass man auch für kurze Zeit in eine Neuverschuldung gehen könne.

Kritische Anmerkungen zum Finanzkonzept

Grüne, CDU und Freie Wähler unterstützten die Pläne pro Stadion, ebenso die Mehrheit von SPD, Unabhängigen Listen und Junges Freiburg/Grüne Alternative/Die Partei. Kritische Anmerkungen gab es aber aus diesen Fraktionen und auch von der FDP zum Finanzkonzept und vor allem zu den auf 38 Millionen Euro geschätzten Kosten für die Infrastruktur. Die Kritiker fürchten, dass andere Projekte etwa im Bereich Kultur oder Soziales auf der Strecke bleiben könnten.

"Man sieht, dass den Gegnern die Argumente ausgehen." Fritz Keller
Das deutlichste Kontra kam von der Fraktion Freiburg lebenswert/Für Freiburg (FL/FF). Sie sprach von einer Kostenschätzung der Stadt, die zugunsten des SC geschönt worden sei. Die Forderung des Sport-Clubs sei maßlos. Der alte Standort an der Schwarzwaldstraße sei der bessere. Und die FL/FF-Räte prophezeiten, das neue Stadion werde vor Gericht scheitern – etwa am Thema Lärm.

SC-Präsident Fritz Keller hatte die Debatte wie viele Fans, aber auch viele Stadiongegner von der Empore erfolgt. Die deutliche Mehrheit im Rat empfindet Keller als Rückenwind. "Man sieht, dass den Gegnern die Argumente ausgehen", sagte er. Der SC wolle die Bürger im Freiburger Westen hinter sich bringen, wie es auch im Osten gelungen sei.

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