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12. Juni 2015

Steirische Tänze gingen in die Beine

Konzert im Eichrüttehof.

GÖRWIHL (kss). Hermann Haertel und Simon Wascher machten mit Geige und Drehleier den Eichrüttehof in Hartschwand zum Schauplatz von "Kultur uff'm Wald". Richtig stilecht wirkten die Steirischen Tänze in der gemütlich ausgebauten, mit einem Holzfeuer im Bollerofen auf die rund 30 Konzertbesucher wartenden Tenne. Die beiden Musiker boten ein Programm in drei Teilen, die mit einer dynamischen Steigerung angelegt waren und an dessen schwungvollem Ende einige der Gäste sogar ein Tänzchen wagten. Polka, Walzer, Schottisch und Mazurka standen zur Wahl.

Neben eigenen CDs hatten die beiden Musiker auch jede Menge Noten mitgebracht, diverse Melodiensammlungen, Steirische Jodler und Tänze fürs Wicklertanzen, teilweise in Form einer Sammlung von Josef Steinegger, der zwischen 1819 und 1882 lebte, aber auch in Form von Tanzmusik, die Simon Wascher selbst neu herausgegeben hat. Ihre Stücke rechnen die Beiden prinzipiell der Österreichischen Volksmusik zu, und Simon Wascher erläuterte, dass sie ursprünglich alle zweistimmig überliefert sind und in der Regel für Geigen oder für kleine Flöten gedacht waren. Durch seine Konzert-Drehleier, die einen größeren Stimmumfang und mehr technische Möglichkeiten bietet als die traditionellen Instrumente dieser Gattung, wird die Musik farbiger und nuancenreicher.

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Nachdem die beiden Musiker mit ihren Instrumenten beinahe meditativ zum Sammeln gerufen hatten, begannen sie quasi im selben Atemzug, ohne abzusetzen, zunächst den Taktschwerpunkt mit den Füßen zu markieren. Gleichzeitig nahm die Musik an Fahrt auf, wurde immer lebendiger, immer rhythmischer, so dass sie auch den Zuhörern schnell in die Füße fuhr. Mit ihrer wiederkehrenden Folge von Aufstellung einer Phrase, deren mehrfacher Wiederholung und anschließender Reihung ebenfalls einprägsam wiederholter, jeweils melodisch stärker ausgeschmückter und temporeicherer Variationen ist diese Musik sozusagen unendlich fortsetzbar und entwickelt dabei geradezu eine Sogwirkung, der sich die Anwesenden mit Freude hingaben.

Autor: kss