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30. Juni 2009
"Dieses Jahr zu erleben ist einmalig"
BZ-Interview mit Michaela Baldinger: Die Weinprinzessin tritt auch zur Wahl der Badischen Weinkönigin an
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Stolz ist Gottenheim darauf, mit Michaela Baldinger die aktuelle Weinprinzessin für den Kaiserstuhl und Tuniberg zu stellen. Auch der rebenumrankte Schwibogen im Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Buchheim weist unübersehar darauf hin. Foto: barbara schmidt
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Weinprinzessin mit Leib und Seele: Michaela Baldinger freut sich über ein Weinpräsent aus ihrem Geburtsjahrgang 1987. Foto: Barbara Schmidt
GOTTENHEIM. Die Gottenheimerin Michaela Baldinger ist seit fast einem Jahr Weinprinzessin für den Tuniberg und den Kaiserstuhl. Wie die 21-Jährige diese Zeit erlebt hat, wie sie das Verhältnis von Kaiserstuhl und Tuniberg sieht und ob sie nach der Königinnenkrone greifen will, hat sie BZ-Mitarbeiterin Barbara Schmidt erzählt.
BZ: Am 2. Juli, wird die neue Badische Weinkönigin gewählt. Bewerben sie sich?Baldinger: Ja! In Angriff nehme ich das auf jeden Fall. Aber man muss schauen, was sich daraus entwickelt. Es ist ja im Prinzip eine komplett neue Wahl. Man weiß nicht, wer sich aufstellen lässt, wie viele Bewerberinnen es sind. Es gab Jahre, da waren sie nur zu dritt. Letztes Jahr waren sie zu sechst. Dieses Jahr kann es sein, dass es wesentlich mehr sind, weil die 60. Badische Weinkönigin gewählt wird.
BZ: Die Konkurrenz ist also groß. Wie bereiten sie sich auf die Wahl vor?
Baldinger: Wir werden vom Badischen Weinbauverband unterstützt und bekommen da Informationen. Und durch Bücher, Internet oder persönliche Gespräche. Gerade über meinen Vater (Werner Baldinger ist Vorstandsvorsitzender der WG Gottenheim, Anmerkung der Redaktion) kenne ich schon einige Leute. Und ich arbeite seit Mitte Februar auch in einer Winzergenossenschaft, in Jechtingen.
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Baldinger: Genau, dann hat aber die Liebe zum Wein gesiegt.
BZ: Hat sich die Weinprinzessin Michaela Baldinger auch persönlich verändert?
Baldinger: Es ist auf jeden Fall eine große Entwicklung da, weil man mit so vielen anderen Menschen zu tun hat. Man lernt, sich vor Hunderten von Menschen hinzustellen und einfach zu reden. Das erlebt man in meinem Alter ja auch nicht alle Tage.
BZ: Haben sie eigentlich mitgezählt, wie viele Weinfeste sie schon eröffnet haben?
Baldinger: Geht nicht. Man erinnert sich zwar an jedes Fest, weil jedes etwas Besonderes hat. Ich hatte auch schon Termine, wo ich Wein aus meinem Geburtsjahrgang überreicht bekommen habe. Das ist eine nette Idee. Dann war ich im Dezember in Stuttgart, beim CDU-Bundesparteitag mit Angela Merkel. Am Vorabend der Bambi-Verleihung waren wir bei der Spendengala dabei.
BZ: Bei solchen Anlässen repräsentieren sie den Kaiserstuhl und den Tuniberg. Konnten sie den "kleinen Bruder" des Kaiserstuhls mehr ins Rampenlicht rücken?
Baldinger: Ich habe das nicht getrennt, entweder Kaiserstuhl oder Tuniberg, weil es ein gemeinschaftliches Feld ist. Für mich war das insofern auch nicht schwierig, weil ich zwar am Tuniberg lebe, aber meine Verwandtschaft vom Kaiserstuhl kommt.
BZ: Aber der Tuniberg kommt doch oft zu kurz...
Baldinger: Zu kurz nicht unbedingt. Ich denke, es liegt einfach daran: Der Kaiserstuhl ist wesentlich größer, er hat über 4000 Hektar. Der Tuniberg gerade mal knapp 1000. Und der Kaiserstuhl hat viele selbst vermarktende Winzergenossenschaften, die den Wein selber ausbauen. Das hat der Tuniberg nicht so. Hier liefern zum Großteil alle nach Breisach an den Badischen Winzerkeller. Von daher sind die Präsentationsmöglichkeiten gar nicht so gegeben.
BZ: Also könnten die Winzer es besser machen?
Baldinger: Probleme gibt’s überall. Die Probleme, die vielleicht am Tuniberg sind, hat der Kaiserstuhl nicht, dafür hat der Kaiserstuhl andere Probleme.
BZ: Zum Beispiel?
Baldinger: Es gibt viele verschiedene. Vielleicht, dass sich am Kaiserstuhl die Betriebe hauptsächlich selber präsentieren. Die acht Gemeinden am Tuniberg treten mit ihren Weinen dafür eher gemeinsam auf.
BZ: Was ist eigentlich ihr persönlicher Lieblingswein?
Baldinger: Es kommt ganz darauf an. Momentan, gerade beim Sommerwetter, ist mein Favorit ein schöner, frischer, fruchtiger Rivaner. Im Winter trinke ich aber auch gerne einen kräftigen Rotwein aus dem Barrique.
BZ: Ihre Prinzessinnenkrone müssen sie Ende August abgeben. Was behalten sie als Andenken an ihre Amtszeit?
Baldinger: Das größte Andenken habe ich mir selber gemacht, dadurch, dass ich das Jahr erlebe. Es ist einmalig und unvergesslich. In Worten lässt sich das wirklich schwer beschreiben. Ich habe einen ganzen Karton voller Zeitungsartikel, Bilder und Erinnerungsstücke. Ich habe schon mit vielen gesprochen, die vor zehn, fünfzehn Jahren Weinprinzessin waren. Die schwärmen heute noch davon. Auch freue ich mich, noch als Weinprinzessin das 50-jährige Jubiläum der Winzergenossenschaft Gottenheim am vorletzten Augustwochenende mitfeiern zu dürfen.
Autor: bas


