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02. Februar 2010

Närrischer Zirkus im großen Zelt

Erstmals gab es nur einen Gottenheimer Zunftabend, dafür in einer doppelt so großen Behausung wie bisher, dem Zirkuszelt

  1. „We will rock you“: Zum Queen-Klassiker zeigten die jungen Frauen ein furioses Ballett. Zunftvogt Lothar Schlatter grüßte als „Zirkusdirektor“ in der Bütt die gut 500 Gäste beim Zunftabend der „Krutstorze“, die sich in ihr Häs gekleidet hatten. Foto: mario schöneberg

  2. Foto: Mario Schöneberg

  3. Eckhard Briem hatte im närrischen Duett mit Sabine König nichts zum Lachen – das Publikum dafür um so mehr. Foto: Mario Schöneberg

GOTTENHEIM. Knapp 500 Besucher sorgten beim Zunftabend der Gottenheimer "Krutstorze" am Samstagabend für ein sehr gut gefülltes Zirkuszelt. Die Zunft präsentierte ihm – musikalisch verstärkt vom Musikverein Gundelfingen – ein buntes Programm, das passend zum erstmals gewählten Ort unter dem Motto Zirkus stand.

Sichtlich erfreut war Zirkusdirektor und Zunftvogt Lothar Schlatter, dass nach dem gelungenem Nachtumzug mit Guggemusiktreffen vor zwei Wochen das eigens für die diesjährige Fasnachtskampagne aufgebaute Zirkuszelt wieder schier aus allen Nähten platze. Entsprechend fröhlich eröffneten die gastgebenden Hästräger den Abend, durch dessen Programm Manuela Rein mit viel Witz führte. Anschließend hatte die neu ins Leben gerufene Jugendgugge "Storze Fätzer" unter der Leitung von Lukas Trotter ihren ersten großen Auftritt. Und die hauptsächlich aus Schlagzeugern bestehenden Jungmusiker sorgten für Stimmung im Zirkusrund. Viel Anklang fand auch das kleine Ballett unter der Leitung von Nicole Schulz, passend zum Alter als Schulklasse verkleidet.

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Als erster Büttenredner kam Dirk Schwenninger auf die Bühne. Er berichtete vom harten Leben eines Mannes, der mit einer Esoterikerin verlobt ist. So ein "Aloe-Vera- Shakra-Wochenende" kann schon ganz schön schlauchen, insbesondere wenn Sudoku als Kampfsport angeboten wird und es nur Kohlsuppe für den Magen gibt. Später warfen sich Schwenninger und die Schwestern Isabelle und Simone Schlatter noch reichlich Gags rund ums Thema Mann und Frau an den Kopf.

Ihr Vater Lothar Schlatter versuchte sich danach gemeinsam mit Juline Pfeil als Bauchredner auf der Bühne. Die Stimmen kamen aus dem Off. Anschließend wussten alle im zeitweilig recht unruhigen Saal, warum sich Fiat-Fahrer nie grüßen: Sie haben sich ja schon am Morgen in der Werkstatt gesehen. Als Rössle verkleidet hüpften noch Lisa Heckroth und Lukas Trotter durchs Zelt, bevor es in die Pause ging.

Als Clowns verkleidet – und dieses Jahr streng bekleidet – fegte hernach das sechsköpfige Männerballett über die Bühne. Geübt hatte dieser Tänzer-Sixpack mit Melanie Schmidle und Sabine König. Mit Gags und Anekdoten aus dem Dorfleben warteten die Putzfrauen Silke Schneider und Sabine Figlesthaler auf, bevor sie sich zu Pinks "Fun House" als erotisch tanzendes Vamp-Duo outeten. Wieder viel Beifall erhielt das Mittlere Ballett unter der Leitung von Daniela Hess und Nadya Khair-Allah. Die Mädels tanzten als "tote Seiltänzerinnen" zu Musik von Michael Jackson.

Das Leben von Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber inklusive Anekdoten aus dem Dorf nahmen anschließend gleich sieben Narren aufs Korn. Und sie dankten dem, der es mit ihnen einstudiert hatte – dem Gemeindeoberhaupt selbst. Richtig lustig waren später Eckhard Briem und Sabine König in der Bütt. Auch sie beleuchteten das Thema Mann und Frau in verschiedensten Facetten, wobei der Wasenweilerer Fasnetimport im spießigen Beamtenoutfit mit Hosenträgern und Riesenbrille sehr unter ihrem Pantoffel stand. Auch die Wirtschaftskrise bot reichlich Stoff für das ungleiche Paar; passend dazu wehte zeitweise ein recht kühler Wind durchs Zelt. Richtig hitzig wurde es aber zum Ende, als das zehnköpfige große Ballett zu Queens "We will rock you" in heißen Outfits unter der Leitung von Katja Meier über die Bühne fegte.

Zum großen Finale kamen nochmals alle Mitwirkenden auf die Bühne, auch die zunfteigene Guggemusik "Krach und Blech". Der Musikverein Gundelfingen unter Leitung von Karl-Heinz Klotz, der das ganze Programm musikalisch begleitet hatte, zeigte nochmals sein Können, bevor die Bühne zur Tanzfläche wurde und die Besucher noch bis spät in die Nacht des anbrechenden Sonntags feierten und tanzten.

Autor: Mario Schöneberg