Pilger bringen Fasnet in Schwung

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Mo, 20. Februar 2017

Grafenhausen

Galgenvögel Grafenhausen zeigen, was närrische Sache ist / Motto "Immer wieder sonntags" frönt traditionellem Stil.

GRAFENHAUSEN. In diesem Jahr präsentierten die Grafhuser Galgenvögel ihren Zunftabend in der Schwarzwaldhalle wieder im traditionellen Stil. Jedenfalls den Start der närrischen Veranstaltung, die, wie es sich gehört, mit dem Einmarsch von Zunftballett, Narrenrat und Galgenvögeln begann. Das närrische Auditorium in der knackig gefüllten Halle zeigte sich von dem beeindruckenden Spektakel jedenfalls begeistert und sparte nicht mit Applaus. Für musikalische Hochstimmung sorgten einmal mehr die "Haslach Hallodris" aus Lenzkirch.

Wenn die Galgenvögel in Grafenhausen zum Zunftabend einladen, dann strömt das närrische Volk in Massen: Pünktlich zum Einmarsch um 20.11 Uhr war die Schwarzwaldhalle voll. Der Tisch der prominenten Ehrengäste mit Ehrenmitgliedern, der Bundestagsabgeordneten Gabriele Schmidt, dem Ehrenbürger und Altbürgi Erich Kiefer platzte, wie man im Volksmund sagt, aus allen Nähten. Für den amtierenden Bürgermeister Christian Behringer wurde es schon eng. Nachdem eiligst für Pfarrer Thomas Schwarz noch ein Tisch herbeigeschafft wurde, waren alle Platzprobleme gelöst. Zunftmeister Harald Morath freute sich, dass auch zahlreiche Nachbarzünfte den Weg nach Grafenhausen gefunden hatten und gratulierte insbesondere den Rombachwiibli aus Birkendorf zu ihrem gelungenen Kleggau-Narrentreffen am vergangenen Wochenende (wir haben ausführlich berichtet). In diesem prächtigen Rahmen wurde Waltraud Schlatter geehrt, die zwischenzeitlich nicht nur mehr als 100 neue Häs genäht, sondern auch unzählige Änderungen und Flickarbeiten vorgenommen hat.

Das närrische Bühnenprogramm startete mit dem klassischen Gardetanz des Zunftballetts, das sich im perfekten Outfit mit einem Tanz präsentierte, dem das närrische Volk mit viel Applaus Respekt zollte. Das Programm stand unter dem Motto "Immer wieder sonntags", das von der neuen Moderatorin Waltraud Baschnagel im farbenprächtigen Gewand und singenderweise eingeläutet wurde. Nicht unterschlagen werden sollte die Tatsache, dass diese nur als Notnagel fungierte, da der geplante Moderator laut Angaben des Fernsehteams nicht zur Live-Sendung erschienen war. Übrigens ein geschickter Schachzug, um eine neue Ansagerin für den Zunftabend zu etablieren, da Mario Tröndle in seinem letzten Jahr als aktiver Narrenrat nicht mehr zur Verfügung stand.

Doch der Reihe nach: Kamen da erst drei Pilger in die Halle, die dachten, sie seien auf dem Jakobsweg, irrtümlich aber durch Grafenhausen kamen. Sie legten auf dem Bühnenbänkle eine Rast ein und ließen sich über alle möglichen Dinge aus, wie das kinderlose Ehepaar, das in Lourdes eine Kerze anzünden soll oder den längsten Schwebebalken der Welt, der Rothaus mit Grafenhausen verbinden könnte. Auch zwei ältere Wiiber hatten den vollen Durchblick, die nicht nur die aktuelle Fasnetzitig aus Grafenhausen, sondern auch die "Birkendorfer Narrenpost" zerpflückten. Auch das Thema Rothaus-Whisky wurde nach Narrenart aufgegriffen. Der Versuch, einen hochklassigen Werbespot mit dem Edelbrand zu drehen, scheiterte allerdings kläglich. Resümee der beiden Akteure: "Wir bleiben doch lieber beim Bier." Im närrischen Programm auch die GSG 90, die wohl vom Brauereichef engagiert worden sei.

Als Augenweide erwies sich das Showballett in pink- und grünfarbigen Saris, das die Besucher nach "Bollywood" entführte. Nicht zu vergessen der Schwarzlicht-Tanz der Narrenratsfrauen oder das aberwitzige Männerballett. Kurzweilig auch der Auftritt der drei urlaubsreifen Divas, die musikalisch auf der Suche nach amourösen Abenteuern waren – an der Gitarre begleitet von Manuel Seidler.

Närrisch glossiert wurde in einem Sketch die Fernsehsendung "Inas Nacht" mit etlichen illustren Gästen. Zahlreiche Schunkelrunden gab es natürlich mit den Haslach Hallodris, die nach dem Programm zum Tanz aufspielten.

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