Wunderwelt des Waldes neu entdecken

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 08. September 2018

Grafenhausen

Eine bunte Palette an Kunst, Kultur und vielem mehr rund um den Wald erwartet die Besucher am 16. September.

GRAFENHAUSEN (BZ). Der typische Hochschwarzwälder hat beim alltäglichen Blick auf den Wald im Normalfall gleich schon die warme winterliche "Chuscht" vor Augen. Natürlicherweise ist der Rohstoff, den der Wald liefert, im Fokus unserer Betrachtung. Dennoch entwickelt sich aktuell die Tendenz, diesen hölzernen Ort neu zu entdecken.

In Grafenhausen kann man die Wunderwelt Wald nun gezielt ins Visier nehmen: Beim Waldtag, der im Rahmen der Aktion "Wipfelwärts" am Sonntag, 16. September, erstmals am Schlüchtsee stattfindet. Zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Forst, Kunst, Naturschutz und dem Bereich Gesundheit werden für ein interessantes Programm sorgen. Von 9 bis 18 Uhr warten zahlreiche Aktionen, Workshops, Stände und mehr auf große und kleine Besucher, die den Wald gerne einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollen. Ganztätig ist die Freilichtausstellung des Wildtierfotografen Klaus Echle (Freiburg) im Wald zu sehen, während die Kleinen den Tag über am Stand des Schwarzwaldhauses der Sinne mit Naturmaterial basteln und experimentieren können. Große und kleine Kunstinteressierte können bei der Entstehung des Werkes "Schicksalsfäden" nicht nur live dabei sein, sondern auch selbst zur Entstehung des Naturkunstwerkes beitragen. Die Künstlerin Hannah Kindler (Freiburg) lädt hierzu ein. Für die kulinarische Verpflegung sorgt von 11 bis 18 Uhr das Partnerschaftskomitee mit bretonischen Crêpesvariationen und Stockbrotgrillen für die Kinder.

Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, der ist beim Biologen Prof. Dr. Hansjörg Küster gut aufgehoben. Der Autor des Werkes "Geschichte des Waldes" geht gemeinsam mit den Besuchern auf Spurensuche im Wald. Unter dem Titel "Der Wald und sein Wandel im Lauf der Zeit" betrachtet Küster sichtbare Überbleibsel aus dem Mittelalter. "Kaum irgendwo kann man diese Reste noch so toll erkennen wie im Wald bei Rothaus", so der Biologe. Dass die Fichten, die heute so zahlreich bei uns wachsen, alles andere als Naturzustand sind, und wie sich der Wald im Lauf der Zeit verändert hat, das wird er mit den Teilnehmern seiner Tour erörtern.

Eine wahre Wunderwelt eröffnet sich dem aufmerksamen Betrachter der zahlreichen Ameisenhügel. Doch kaum jemand weiß um das komplexe Zusammenleben der Waldameise. Abhilfe schafft hier der örtliche NABU, der in die Welt dieses faszinierenden Insektes entführt und von 11 bis 17 Uhr mit einer spannenden Station bereitsteht.

Bestens über die forstlichen Eigenschaften des Waldes am Schlüchtsee weiß selbstverständlich der Revierförster Bescheid. Gerne gibt er bei seiner informativen Tour Auskunft über das heimische Forstgebiet. Unter dem Titel "Wild auf Wald" kann man Friedrich Hugel in sein Revier folgen.

Nicht nur Bäume machen den Wald so besonders, denn gerade dort ist gegen fast alles ein Kraut gewachsen. Um die feinsten Pflänzchen zu finden, bietet sich eine Kräutertour mit Sophia Elmlinger (Buchenbach) an. Die Gründerin der bioveganen Kosmetikfirma "I.Mi.Ko" ist Heilpraktikerin, zertifizierte Heilpflanzenexpertin und Krankenschwester und weiß deshalb ganz genau, was da im Wald wächst und uns gut tut.

Tiefe Entspannung – das ist es, was aktuell viele im Wald suchen. Das kann man entweder auf ganz konventionelle Weise auf dem "Waldbänkchen" tun, oder man versucht sich mal ganz unverbindlich im Yoga. Yoga im Wald ist nicht nur aufgrund der Waldluft gesund, auch allein schon die Umgebung lädt zum Entspannen ein. Ausprobieren kann man das Ganze mit der Yogalehrerin Martha Übelacker (Freiburg), die auch Anfänger zum Mitmachen einlädt. Wer gerne noch etwas mehr darüber erfahren will, wie der Wald unsere Gesundheit fördert, der darf sich mit Kerstin Heller (Schwarzwaldhaus der Sinne) auf den Weg machen und eine "kleine Einführung ins Waldbaden" erleben.

Einfach vorbeischauen
Das Programm hält für jeden etwas bereit und wartet den ganzen Tag über mit vielen Highlights auf. Wer dann noch bei einem Getränk oder Stockbrot verweilen möchte, der darf gern den kleinen musischen Abschluss in gemütlicher Runde um etwa 17.30 Uhr am Schlüchtseezeltplatz genießen.

Für Kurzentschlossene optimal: Für die vielen bunten Veranstaltungen ist keine Anmeldung erforderlich. Die Besucher können sich aus dem "Line-up" des Waldtages direkt vor Ort ihre Favoriten aussuchen. Um die Kosten für den Tag zu decken, freut sich das Schwarzwaldhaus der Sinne über kleine Spenden für die Aktionen.