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22. November 2013

"Bevor alles in Schutt und Asche fällt"

BZ-INTERVIEW: Helmut Bauckner (Verein für Heimatgeschichte) zum wieder entdeckten und neu aufgelegten Buch "Wyhlen 1944".

  1. Helmut Bauckner mit dem Original: Die Fotodokumentation Wyhlen 1944. Foto: Martina Weber-Kroker

GRENZACH-WYHLEN. Sein neues Buch "Wyhlen 1944" stellt der Verein für Heimatgeschichte Grenzach-Wyhlen am Montag, 25. November, um 19.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Wyhlen vor. Historische Aufnahmen wurden überarbeitet und erstmalig seit 1944 neu herausgegeben. Martina Weber-Kroker sprach darüber mit dem Vorsitzenden Helmut Bauckner.

BZ: Wie kam man auf die Idee, ein Buch mit dem Titel "Wyhlen 1944" herauszugeben? Warum gerade das Jahr 1944?

Bauckner: Vor etwa zehn Jahren hatte mir der damalige Hauptamtsleiter Willy Pfründer im Rathaus einen alten Fotoband "Wyhlen 1944" gezeigt. Im Jahr 1943 hatte die Gemeinde Wyhlen dem erst seit zwei Jahren in Wyhlen wohnhaften Engelbert Thiele den Auftrag erteilt, ein Dorfbildbuch zu erstellen. Als begeisterter Wyhlener kam er diesem Auftrag gerne nach und fand in Friedrich Reinert aus Haagen einen kompetenten Fotografen, der mit eindrucksvollen Bildern das Jahr 1944, das fünfte Kriegsjahr, festgehalten hat. Wie in Thieles Vorwort nachzulesen ist, wollte man das dörflich-kulturelle Leben dokumentieren, bevor womöglich alles in Schutt und Asche fällt. Nachdem ich diesen Fotoband gesehen habe, war mir sofort klar, dass man diesen Schatz aus dem Dunkel des Archivs ans Licht heben und einen Nachdruck anfertigen muss.

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BZ: Bei dem neuen Buch handelt es sich somit um einen Nachdruck des alten Fotobandes von 1944?

Bauckner: Der Verein für Heimatgeschichte hat das alte, in sehr unprofessioneller Weise zusammengestellte Fotoalbum bearbeitet, was mit viel Arbeit verbunden war. Ein Team des Vereins war dafür zuständig. Ewald Kaiser hat sich intensiv mit dem Bildmaterial beschäftigt und Bildunterschriften ergänzt. Kurt Paulus hat die technischen Aufgaben übernommen und die Bilder eingescannt. Dr. Erhard Richter hat sich um die historische Richtigkeit gekümmert. Ich habe die redaktionelle Arbeit übernommen und einen Anhang mit ausführlichen historischen Anmerkungen zusammengestellt. Wir haben die besten Fotos auswählt und die Motive thematisch geordnet. Das Vorwort sowie einige Gedichte und Texte von Engelbert Thiele wurden ebenfalls in unser neues Buch übernommen.

BZ: Was war bei der Gestaltung des neuen Buches wichtig?

Bauckner: Wir hatten uns dazu entschlossen, keine weiteren alten Bilder in das neue Buch mit aufzunehmen. Wir wollten vielmehr den dokumentarischen Charakter des Buches hervorheben, das eine Momentaufnahme von Wyhlen darstellt. Es sind viele tolle Bilder darunter, die Personen, Gebäude und landwirtschaftliche Szenen zeigen, aber auch zahlreiche Bilder mit Kindern in der Schule oder an einem Brunnen. Für den Bucheinband haben wir die Struktur des Original-Fotobandes übernommen, das einen Leinenumschlag hat. Das Buch erscheint mit einer Auflage von 1200 Exemplaren im Bärenfelser Verlag. Finanziell unterstützt wurde das Buchprojekt durch das Regierungspräsidium und die Gemeinde. Anne Neubauer vom Grafikstudio Michael Gröbke hat sich um die professionelle Gestaltung gekümmert. Stefan Koppetsch von CV-Druck hat die technische Abwicklung übernommen. Das Buch geben wir anstelle eines Jahresheftes heraus.



BZ: Ist das Buch "Wyhlen 1944" an eine spezielle Zielgruppe gerichtet?

Bauckner: Das Buch ist sicher interessant für alle, die diese Zeit miterlebt haben. Ich stelle aber fest, dass sich auch immer mehr junge Menschen für alte Bilder interessieren. Unser neues Buch wird bestimmt allen gefallen, die gerne einen Blick in die dörfliche Vergangenheit werfen wollen. Es ist somit auch ein interessantes Buch für die Grenzacher.

Wyhlen 1044: 142 Seiten mit 165 Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Preis: 15 (Mitglieder: 5) Euro. Bezug: örtlicher Buchhandel. Buchvorstellung am Montag, 25. November, 19.30 Uhr, im katholischen Gemeindehaus Wyhlen, mit Musik von Uli Pfleiderer (Gitarre).











HELMUT BAUCKNER,

ehemaliger Lehrer, ist Gründungsmitglied und seit 1996 Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Grenzach-Wyhlen. Der Verein wurde 1980 gegründet und hat heute rund 700 Mitglieder. Seit 30 Jahren ist Bauckner für die Redaktion des Jahresheftes des Vereins zuständig.  

Autor: art

Autor: art