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22. Januar 2014

"Deshalb ist es ein Generationenprojekt"

BZ-INTERVIEW mit Kurt Paulus über sein Projekt "Zeitzeugen Grenzach-Wyhlen".

  1. Kurt Paulus mit altem Foto Foto: Eva-Maria Klassen

GRENZACH-WYHLEN. Als vor zwei Jahren Grenzach-Wyhlen und die benachbarte Schweizer Gemeinde Birsfelden gemeinsam die historisch Ausstellung "Musée sentimental" gestalteten, übernahm Kurt Paulus den Auftrag, den hiesigen Teil zu erarbeiten, danach ließ ihn die Neugier auf die Ortsgeschichte nicht mehr los. Nun sucht er schon seit vorigem Jahr Zeitzeugen, am Donnerstag setzt er diese Suche beim Altennachmittag in Grenzach ganz gezielt fort. BZ-Mitarbeiter Rolf Reißmann erkundigte sich nach Einzelheiten.

BZ: Herr Paulus, warum suchen Sie Zeitzeugen?

Paulus: Zu zahlreichen Ereignissen vergangener Jahre wissen wir wenig, obwohl Beteiligte und Beobachter noch leben. Deswegen möchte ich bei möglichst vielen älteren Einwohnern die Erinnerung anstoßen. Mir geht es darum, Wissen und Kenntnisse zu erfahren, die vielleicht bisher für gar nicht wichtig erachtet wurden.

BZ: Wonach fragen Sie denn nun diesmal genau?

Paulus: Da geht es gleichermaßen um Ereignisse sowie um Veränderungen von Ort und Landschaft. Ich werde 36 Fotos zeigen, darunter sind Aufnahmen vom Gasthaus Löwe, vom alten Milchhüsli, aber auch vom Bau der Schleuse. Vielleicht fällt den Zuschauern das eine oder andere dazu ein. Auch ein Foto von der Notwasserversorgung 1967 ist dabei, darauf sind mehrere Personen zu sehen, da wäre es interessant zu erfahren, wer was dabei erledigt hat, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Ich bitte bei diesen Vorträgen auch darum, in alten Fotoalben nachzuschauen, ob da Bilder drin sind, die Häuser oder Gruppen zeigen, die für andere Mitbürger interessant sein könnten und zu denen man eben nicht mehr alle Einzelheiten und Namen kennt.

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BZ: Was hat ihre bisherige Arbeit schon gebracht?

Paulus: Nach dem Vortrag im Herbst in Wyhlen trafen sechs Reaktionen bei mir ein, es lohnt sich also, die Einwohner direkt nach speziellen Einzelheiten zu fragen. Ich stelle dann Bilder und Informationen auf die Internetseite "Zeitzeugen" und frage nach weiteren Einzelheiten. Dort sind Fotos und Dokumente nach Themen geordnet, auch die Frage "Wer kennt wen?" ist dort gestellt, zum Beispiel für Bilder von Schulklassen oder der ehemaligen Salubra-Feuerwehr. Neuester Teil des Projektes sind die Kirchen in Grenzach-Wyhlen.

BZ: Aber etliche ältere Mitbürger haben doch gar kein Internet, wie sollen sie die Bilder sehen?

Paulus: Deswegen ist "Zeitzeugen" auch ein Generationen-Projekt, ich hoffe, dass sich jüngere und ältere, aber auch gleichaltrige, die Internetzugang haben und solche, die nicht am Computer sitzen, zusammen finden. Unsere Adresse ist http://www.zeitzeugengw.de

Zur Person: Der gebürtige Saarländer ist 65 Jahre alt und lebt seit 1984 in Wyhlen. Seither ist er Mitglied im Verein für Heimatgeschichte. 2011 organisierte er das Musée sentimental mit und startete das Projekt "Zeitzeugen Grenzach-Wyhlen".

Autor: eim