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17. Juli 2017 12:43 Uhr

"Crossdogging"

DRK-Besuchshunde bilden sich in Grenzach fort

Im Landkreis Lörrach werden zehn Seniorenheime von 20 aktiven Besuchshundeteams aufgesucht. Die Hunde durchlaufen eine aufwändige Ausbildung und nehmen auch regelmäßig mit ihren Frauchen an Fortbildungen teil.

  1. Die Besuchhunde und ihre Frauchen Foto: Danielle Hirschberger

  2. Besuchshund Cayleigh rennt durch den Tunnel um ein Spielzeug zu holen Foto: Danielle Hirschberger

  3. Zur Kräftigung der Hinterbeine soll Qumaira mit den Vorderpfoten eine Kiste berühren und sich dann hinsetzen, das ist nicht leicht Foto: Danielle Hirschberger

  4. Besuchshund Nana springt über das ausgetreckte Bein der Hundeführerin Foto: Danielle Hirschberger

  5. Besuchshund Battis beäugt erst mal das ausgestreckte Bein seines Frauchens, bevor er drüber springt. Foto: Danielle Hirschberger

  6. Besuchshund Nana legt die Vorderpfoten auf die Kiste, setzt sich und steht wieder auf, immer mit den Pfoten auf der Kiste Foto: Danielle Hirschberger

GRENZACH-WYHLEN. "Wer rastet, der rostet" – diese Redewendung gilt für Zwei- und Vierbeiner. Damit die Besuchshunde, die im Dienst des Deutschen Roten Kreuzes Seniorenheime im Landkreis Lörrach besuchen, körperlich und geistig beweglich bleiben, konnten sie am Samstag an einer Fortbildung in der Grenzacher Hundeschule Petstyle von Antje Graeter teilnehmen. Einen Nachmittag lang übten sich die großen und kleinen Besuchshunde im Crossdogging, einer Freizeitbeschäftigung mit Aufgabenstellungen aus verschiedenen Hundesportarten.

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Lörrach, hat seit Mai 2012 die Besuchshundegruppe "Glückspfoten zu Besuch". Im Landkreis Lörrach werden zehn Seniorenheime von 20 aktiven Besuchshundeteams aufgesucht. Die ehrenamtlichen Hundeführer möchten mit ihren Vierbeinern Freude in den Alltag der Seniorenheime bringen. Um fit zu bleiben, bietet das Rote Kreuz regelmäßige Fortbildungen für Zwei- und Vierbeiner an. Crossdogging ist eine Fortbildung, die Halter und Hund Freunde machen soll.

Im Crossdogging werden drei Hauptthemen pro Monat gestellt, die in Übungen integriert und dann im Zirkel nach Punkten absolviert werden. Im nächsten Monat werden neue Themen erarbeitet, über Hundeschulen gibt es deutschlandweite Wettbewerbe, in denen freiwillig die erreichte Punktezahl eingetragen wird. An einer Aufgabe arbeiten zwei Hundeführer mit ihren Hunden, es bleiben zwei Minuten Zeit pro Übung.

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Für die Besuchshunde war dies alles vollkommen neu. Antje Graeter hatte fünf Trainingsbausteine zusammengestellt, Hirnarbeit für Hund und Halter. Da lag an einer Station ein unscheinbares Rohr mit einer Schnur dran. Der Hund musste auf den Befehl "Zieh!" den Knoten erfassen und die Schnur abrollen. "Das kann mein Hund nicht!", lautete die erste Reaktion. Aber dann gab es auch einige Überraschungen. Vielleicht ein bisschen zögerlich, aber dann doch voller Neugierde machten sich die Hunde daran, die kniffligen Aufgaben zu bewältigen.

Für eine Impulskontrollübung warf der Hundeführer einen Ball oder ein Spielzeug weit weg, ohne dass der Hund hinterher hechtet. Battis, der einjährige Jagdhund, fand das total unspektakulär. Die Border Collie Dame Nana hingegen wäre zu gern hinter dem Ball her gerannt, für sie war es nicht leicht, ruhig auf der orangen Trainingsmatte liegen zu bleiben. In einer weiteren Übung musste der Hund über das ausgestrecktes Bein seines Frauchens springen. Lilly rannte blitzschnell unten durch und erntet damit Gelächter. "Crossdogging soll Mensch und Tier Spaß machen", sagte Gerry Reichardt von der Hundeschule.

Neben dem Gehirn werden beim Crossdogging auch die Muskeln gestärkt. In einer Trainingseinheit soll der Hund mit den Vorderpfoten auf einer Kiste stehen und sich hinsetzen und wieder hinstellen: Training für die Muskeln der Hinterbeine. Da mussten die Hundebesitzerin sehr flexibel sein und sich Möglichkeiten ausdenken, wie ihr Hund diese Aufgabe lösen kann. "Manche Aufgaben werden mit nach Hause genommen und auf dem Spaziergang oder mit selbstgebastelten Hilfsmitteln weiter trainiert", erzählte Antje Graeter den Damen.

Nach den Vorübungen ging es in den Zirkel auf der Jagd nach Punkten. Australian Cattledog Pepper war unschlagbar, mit großer Freude und Bravour meisterte sie den Parcours und holte sich die meisten Punkte. Nach dem Zirkel waren alle Hunde ausgelaugt, und die Frauchen hatten viel über die Reaktionen ihrer Hunde gelernt. Es waren Dinge, die locker in Alltagssituationen gebraucht werden können, aber auch ganz wichtige Reaktionen für die Besuche in den Seniorenheimen.

Autor: Danielle Hirschberger