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16. Juni 2012

Jetzt geht’s an die Kesslergrube

Altlastenbewertungskommision des Landes erwägt, besonders belastete Bereiche entweder auszugraben oder abzukapseln.

  1. Gut fünf Hektar groß ist Kesslergrube auf dem BASF-Areal. Foto: Ralf Staub

GRENZACH-WYHLEN (BZ). Am Freitag wurden im Landratsamt in der Sitzung der Altlastenbewertungskommission des Landes mögliche Sanierungsvarianten der Altablagerung Kesslergrube vorgestellt. "Damit rückt die Sanierung der Altlast nun in greifbare Nähe", heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde .

Bei der Kesslergrube auf dem BASF-Areal handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube, die in den 1950er bis Mitte der 1970er Jahre durch die ortsansässige Industrie, Müllfuhrunternehmen und die Gemeinde mit Erdaushub, Bauschutt, Haus- und Gewerbemüll sowie Abfällen aus der Industrie verfüllt wurde.

Etwa 75 Prozent der 52 000 Quadratmeter großen Altablagerung sind heute Freifläche. Die restlichen 25 Prozent sind mit Industriegebäuden und einer Kläranlage bebaut. Seit 1991 wird die Grube durch verschiedene Ingenieurbüros detailliert untersucht und erkundet. Letzten Sommer brachte ein umfangreiches Expertengutachten Klarheit: Das Grundwasser unterhalb der Grube ist durch Stoffe wie Chlorbenzole, aromatische Amine und Ammonium belastet, die aus industriellen Prozessen stammen. Die Zentren der Schadstoffbelastungen (sogenannte "Hot-Spots") konzentrieren sich dabei vornehmlich auf zwei ehemalige Ablagerungsbereiche im westlichen und östlichen Teil der Altablagerung. "Durch den Abstrom der Gesamtgrube werden keine Trinkwasserbrunnen beeinflusst. Auch sonst gehen von der Grube aktuell keine Gefährdungen aus", heißt es weiter. Um zukünftige Umweltgefährdungen allerdings nachhaltig auszuschließen,sei aber eine Sanierung notwendig.

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Die Firmen Roche und BASF Grenzach GmbH haben verschiedene Ingenieurbüros beauftragt, mögliche Sanierungsvarianten auszuarbeiten und diese auf ihre Tauglichkeit hinsichtlich der Kriterien Eignung, Wirksamkeit, Effektivität und Umweltverträglichkeit einzuschätzen. Erste Ergebnisse wurden vorgestellt. Nach dem derzeitigen Stand könnten in der Kesslergrube parallel zwei verschiedene Sanierungsmethoden zum Zuge kommen.

Die Belastungen im Bereich des westlichen Hot-Spots könnten weitgehend ausgehoben und je nach Verschmutzungsgrad entsorgt werden. Dies ist aufgrund der Bebauung mit Industrieanlagen und einer Kläranlage im Bereich des östlichen Hot-Spots nicht möglich. Derzeit wird geprüft, ob es möglich ist, hier den belasteten Boden mit einer unterirdischen Dichtwand und einer Oberflächenabdeckung vollständig einzukapseln. Dabei würde der Boden an Ort und Stelle belassen, aber so eingeschlossen werden, dass keine Schadstoffe in das umgebende Grundwasser gelangen können.

In den kommenden Monaten werden beide Sanierungsmethoden auf ihre konkrete Eignung vor Ort geprüft. Die Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres 2012 vorliegen.

Autor: bz