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28. November 2013

Künstler vermittelt auch Botschaften

Dominique Raeuber zeigt Installationen, Collagen und Falzbücher in der Galerie Merkel.

  1. Vernissage Dominique Raeuber Foto: Chris  Rütschlin

GRENZACH-WYHLEN. Dominique Raeubers Farbtableaus geben dem Betrachter Rätsel auf. Seine Installation, die Collagen, Falzbücher, und Gedichte erzählen Geschichten von den Legenden der Irokesen, vom Werden und Vergehen, vom Eintauchen in sakrale Welten. Bei der Vernissage am Freitagabend in der Galerie Merkel empfing den Betrachtenden gleich im Reinkommen das Gemälde einer anmutigen Frauengestalt hinterlegt mit zarten hellblauen Flügellinien flankiert von einem Raben: "Musen im Gespräch" lautet der Bildtitel.

Ins Gespräch trat der Basler Maler und Dichter, der 30 Jahre bei New York gelebt hat, auch mit seinen Vernissagegästen, als er sie mittels einer russischen Geschichte aus längst vergangenen Zeiten, die ihm eine US amerikanischer Freund erzählt hatte, und mit Bildkarten verbundenen Aphorismen in eine zauberhafte Welt entführte. Raeubers Malerei verliert sich nicht in leerer Abstraktion, sondern hat eine Botschaft: "Hör auf die Stimme, die zu dir spricht. Lass dich auf sie ein." Zur Postkarte, die ein Bild Martin Luther Kings zeigte, zitierte er den Prediger und Freiheitskämpfer mit den Worten: "Habe keine Angst. Wir träumen aus der Ewigkeit." Die Postkartenserie steht für "die Antworten, die ich bekam", erzählt der Künstler, dessen schöpferisches Schaffen auch philosophische Fragen, wie jene nach dem Tod und dem Bösen, aufgreift.

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Erkennbar sind in einer kleinformatigen siebenteiligen Fotocollagenbilderserie auch die autobiographischen Züge, die das Werk des in Riehen geborenen Künstlers, der aus einer Französisch-Deutsch sprechenden Familie stammt und mit 24 Jahren nach New York umsiedelte, prägen. In den 2013 entstandenen Collagen erzählen schon die Bildtitel eine Geschichte: Am Webstuhl, Gewänder, In Ozeanen, Bockspringen, Lebensbuch, Anarchisten Herzklopfen, und abschließend beim letzten Kästchen steht die drängende Frage "Wohin wollen wir?"

In seiner Maltechnik steht das Wort nicht selten am Anfang des schöpferischen Prozesses. "Das Bild entsteht oft erst danach. Ich übermale wieder, denn was stört muss wieder raus", beschreibt der dichtende Maler seine Vorgehensweise. Auf Hartfaserplatten statt Leinwänden malt Raeuber. Er mischt Pflanzenpigment in Öl-Wachs Emulsion, Kreide in Casein und erzeugt so kraftvolle Farbwelten. Welche Erregungskraft, welch magischen Sog Farben erzeugen können, das hat unter anderem Rothko gezeigt. "Fallen" zeigt ein Bild in zarten Blau- und Rottönen gehalten bei dem der seit drei Jahren wieder in Europa wohnhafte Maler übermalend ins nasse Weiss einen Gedichttext über die ganze Farbfläche schreibt.

Die etwa 40 Gemälde in der Galerie Merkel sind bis 23. Dezember zu den Ladenöffnungszeiten der Buchhandlung Merkel in der Basler Straße von Montag bis Samstag zu sehen. Am 13. Dezember findet um 18 Uhr eine Performance des Künstlers sowie der Eurythmistin Vera Koppehel statt.







Autor: Chris Rütschlin