Leserbriefe

Yvonne Weber, Grenzach-Wyhlen

Von Yvonne Weber & Grenzach-Wyhlen

Sa, 09. Februar 2013

Grenzach-Wyhlen

ZIMMERMANN-ANSIEDLUNG
Sanieren bringt Betriebe, die wir haben wollen
Ein Leserbrief zur FDP-Stellungnahme vom 6. Februar erreichte die Radaktion:
Die FDP wünscht sich von der Zimmermann-Ansiedlung "hohe Steuereinnahmen für die Gemeinde" – gibt es irgendeine Garantie für diese Steuereinnahmen oder gar deren Höhe? Nicht einmal Zimmermann selbst kann wissen, wie hoch die Gewinne ausfallen würden!

Der von der FDP angeführte Vergleich mit der Buslinie 38 hinkt zudem gewaltig. Zimmermann-Gegner kritisieren das gemäß TÜV-Gutachten ("maximal 150 Lkw/Tag") zu erwartende stark erhöhte Verkehrsaufkommen. Wie kann man Schwerlastverkehr mit Gefahrstoffen vergleichen mit unserem beliebten 38er-Bus? Die Busse stinken nicht, transportieren viele Leute, die kein Auto benutzen, fahren mit wenig Treibstoff und sind dazu noch leise. Laut FDP handelt es sich beim 38er um "guten Verkehr" - Zimmermann-Lkw kann man in der Tat als schlechten Verkehr bezeichnen - bei maximaler Ausnutzung der Anlage fährt alle drei Minuten ein Zimmermann-Lkw durch den Ort.

Zu der Anmerkung, dass Zimmermann keine neuen Gefahrstoffe erzeugt, muss ich dieser Partei vor Augen führen, dass sehr wohl eine große Palette an Giften anfallen wird: neben einer Vielzahl von Schwefel- und Kohlenwasserstoffen (auch Krebs erregendes Benzol ca. 260 Kilo jährlich) und Staubinhaltsstoffen (unter anderem etwa 100 Kilo Blei jährlich) beeindrucken mich am meisten die 2 Kilo Quecksilber jährlich, die über den Kamin ausgestoßen würden – das entspräche dem Quecksilbergehalt einer halben Million Energiesparlampen, die über dem Himmel von Grenzach-Wyhlen zerplatzen würden! Weiterhin beseitige, so die FDP weiter, die Firma Zimmermann die Reststoffe "unserer modernen Gesellschaft, und das weit unterhalb aller Grenzwerte" – was noch zu beweisen wäre. Aus Gütersloh hört man, dass Grenzwerte häufig überschritten wurden!

Verständlicherweise fordert die Bürgerinitiative eine nur zwei Jahre währende Veränderungssperre und die Sanierung des BASF Geländes, weil ein saniertes Areal Tür und Tor öffnen würde für Betriebe, die wir haben wollen. Dass diese Betriebe eine Vielzahl an Arbeitsplätzen und damit auch Steuereinnahmen mit sich bringen würden, versteht sich von selbst. Warum entwickelt die Gemeinde nicht gemeinsam mit der BASF ein Sanierungskonzept? Wenn sich Zimmermann niederlässt, ist eine Sanierung nicht möglich. Der Weltkonzern BASF hat laut einem Bericht in "Finanz und Wirtschaft" vom 2. Juni 2010 über eine halbe Milliarde US-Dollar Rücklagen für Sanierungen – also, sanieren bitte!
Yvonne Weber, Grenzach-Wyhlen