Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. August 2016

Münzen transportierten eine politische Botschaft

30 JAHRE RÖMERVILLA (1): Im Regionalmuseum sind römische Geldstücke aus dem vierten Jahrhundert nach Christus zu sehen.

  1. Foto: privat

  2. Diese römische Münze fand Paul Reinle 1968 in seinem Garten. Foto: privat

GRENZACH-WYHLEN. Die Römervilla feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass stellt die Badische Zeitung große und kleine Funde in einer Serie vor. Heute: die Hüttenmünze.

Geld regiert die Welt lautet ein Sprichwort, das wohl auch schon in der Antike seine Richtigkeit besaß. So finden wir in der Regel auf allen Münzen der Römerzeit auf der Vorderseite den regierenden Kaiser, manchmal auch die Frau des Kaisers oder einen wichtigen Angehörigen des Kaiserhauses.

Da der Staat im ganzen Imperium, das immerhin um 120 nach Christus von England bis nach Nordafrika und bis nach Mesopotamien reichte, ein einheitliches Münzsystem installiert hatte, kam so die politische Botschaft bis an die Ränder des Reiches.

Eine wichtige Rolle für die Verbreitung spielte der Sold der Soldaten, die überall stationiert waren. Jahreszahlen trugen die Münzen nicht, das Abbild des Kaisers ermöglicht eine genaue Datierung. Interessant sind aber vor allem die Rückseiten der Geldstücke, dienten sie doch eindeutig der Propaganda, indem sie die Großtaten des Herrschers dokumentierten.

Werbung


Es war am 11. Februar 1968, als Paul Reinle aus Wyhlen in seinem Garten eine römische Münze fand, die genau das ausdrückt. Auf der Vorderseite sehen wir Kaiser Constans, den jüngsten Sohn von Konstantin dem Großen. Auf der Rückseite erkennen wir, wie ein kleiner Mann aus seiner primitiven Schilfhütte herausgeführt wird. Es wird erinnert an eine Zwangsumsiedlung der Franken, die der Kaiser aus Sicherheitsgründen vornehmen ließ. "Die Wiederherstellung glücklicher Zeiten", so lautet die Umschrift.

Auch siedlungsgeschichtlich ist diese Münze, geprägt um 347 nach Christus in Lyon, von Bedeutung, denn sie belegt, dass noch etwa 100 Jahre nach dem Rückzug der Römer hinter die Rheingrenze römisches Geld am Fuße des Dinkelbergs im Umlauf war. In Reinles Garten fanden sich noch weitere Münzen aus dem 4. Jahrhundert.

Die Römervilla in der Hauptstraße 25 in Grenzach hat an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 18 Uhr geöffnet, im August auch mittwochs von 17 bis 19 Uhr.

Autor: Helmut Bauckner