Musical macht Lust auf Käse

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Mo, 22. Oktober 2018

Grenzach-Wyhlen

Kooperationsprojekt von Musikschule und Lindenschule besticht durch liebevolles Bühnenbild und ausdrucksstarke Darsteller.

GRENZACH-WYHLEN. Das zehnte Kooperationsprojekt der Musikschule Rheinfelden und der Lindenschule Wyhlen lockte mit der Aufführung des Musicals "Max und die Käsebande" viele Besucher in das Haus der Begegnung und unterhielt sie mit viel Witz, Charme und Liebe zum Detail.

Ein Paradies für Käseliebhaber ist Käsien, das Reich des Königs Kurt, nicht nur für menschliche, sondern auch für tierische. Allen voran für die Maus Max und ihre Käsebande, die durch die Gegend ziehen und geschickt die Käsehersteller aller Länder um deren besten Käse erleichtern ohne dabei von der Mäusepolizei, einem Kater und einem Mäusebussard, geschnappt zu werden.

Urkomisch präsentieren die Darsteller die Käseregionen Schweiz, Bayern, Norddeutschland, Frankreich, Italien, Holland und England, während Letztere mit ihrer Spezialität, dem Cheddar, immer wieder auf die Schippe genommen wird. So präsentiert die englische Käserin Jacky Chester zum Beispiel an der diesjährigen Jahreshauptversammlung einen besonderen Cheddar mit Minze, den auch die Mäuse eher kritisch beäugen und lieber nicht fressen.

Doch plötzlich steht die Welt der Käseliebhaber Kopf, denn die zwei Gauner Rolly Harzer und Yogi Yoghurt haben den König und seine wunderschöne Tochter Mozzarella entführt. Einer "stinkig", der andere "blass und geschmacklos", haben die beiden Bösewichte nichts Gutes im Sinn, denn nachdem sie die Macht an sich gerissen haben, produzieren sie geschmacklosen Einheitskäse, um Geld zu scheffeln. Die guten Käsesorten behalten sie für sich und schlagen sich damit die Bäuche voll.

Dies können weder Mäuse noch Menschen auf sich sitzen lassen und so verbünden sie sich und ziehen gemeinsam los, um den König und die Prinzessin zu retten. Dabei singen sie kraftvoll: "Wir werden es jagen, das Mafia-Pack. Es lebe die Liebe zum guten Geschmack."

Und Geschmack haben auch die Mitwirkenden wirklich bewiesen. Bühnenbild, Requisiten, Kostüme, bei allem sieht man die Liebe zum Detail. So findet sich auf dem Bühnenbild beispielsweise ein Mauseloch, an dem ein kleines Schild mit dem Namen "Max" hängt. In dem Büro der Mäusepolizei stehen Akten, die mit dem Fall "Max und die Käsebande" beschriftet sind und sogar der Korb an der Kasse, in dem die Poster zum Verkauf angeboten werden, ist gelb mit Löchern.

Schon das zweite Wochenende in Folge waren die Vorstellungen nahezu ausverkauft und das ist kein Wunder, denn die Inszenierung ist wirklich sehr unterhaltsam. Nicht nur die vielen, kleinen Mäuse, die die Bühne bevölkern und bei denen keine zwei das gleiche Kostüm tragen, rühren die Zuschauer und bringen sie immer wieder zum Lachen. Auch die erwachsenen Darsteller spielen ihre Rollen mit viel Charme. Nicht zu vergessen, das tolle Live-Orchester, das die Sänger durchs Stück begleitet.

Nur zu essen gab es leider keinen Käse. Dabei ging es sicher so manchem Besucher wie einem Jungen, der beim Hinausgehen zu seiner Mutter sagte: "Oh Mama, jetzt hab ich richtig Lust auf Käse!"

Wer das Stück bisher verpasst hat, hat am Sonntag, 11. November um 15 Uhr noch eine letzte Chance, denn da wird das Stück noch einmal in der Halle des St. Josefshauses in Herten aufgeführt.