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23. Juli 2016

Paulus setzt das Museum anderswo fort

Zeitzeugen-Initiator möchte die Geschichte von Häusern, die abgerissen werden, recherchieren.

  1. Kurt Paulus gehen die Ideen nicht aus. Foto: Sarah Nöltner

GRENZACH-WYHLEN. Bei Klassikanderswo gab es erstmals ein Museum anderswo. Kurt Paulus, der sich mit seinem Projekt Zeitzeugen als ehrenamtlicher Geschichte(n)-Bewahrer der Gemeinde engagiert, stellte in einem Nebenzelt Plakate und eine Präsentation zur alten und Neuen Mitte aus.

Die Geschichte des Progymnasiums, des Haus der Vereine, der Firmen Stäubli und Vitra hat er recherchiert und im Rahmen des Museums anderswo öffentlich zugänglich gemacht. Nur das Bewahren von Geschichte und Geschichten reicht Paulus nicht, ihm ist es ein Anliegen, diese auch wieder ins Gespräch zu bringen und so vor dem Vergessen zu bewahren. Dinghafte Exponate seien in dem Rahmen nicht möglich gewesen, erklärt er, aber auch die Poster, Fotos und die Präsentation habe viele Menschen angelockt. Paulus ist mit dem Verlauf und Besuch der Ausstellung sehr zufrieden, auch wenn während der Präsentation der Monitor wegen der Hitze schlappmachte.

Spannend sei es gewesen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihren Diskussionen in der Ausstellung zuzuhören, sagt Paulus. Viele Erinnerungen seien durch seine Arbeit geweckt und ausgesprochen worden. Erinnerungen an schöne und weniger schöne Ereignisse und Erlebnisse, beschreibt er. Und damit sei sein Ziel, nämlich in einen Dialog über die Vergangenheit, wie auch immer sie bewertet wird, zu kommen, erreicht.

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Neben dem Museum anderswo hat Paulus Texte für das Begleitheft zur Neuen Mitte von Klassikanderswo geschrieben, eine ungekürzte Version dieser Texte wird auch im Jahresheft des Vereins für Heimatgeschichte erscheinen. Außerdem konnte Paulus neue Kontakte für sein Zeitzeugen Projekt knüpfen, darüber freut er sich. Aus der positiven Erfahrung mit dem Museum anderswo hat er schon eine neue Idee entwickelt: Er möchte künftig auch unabhängig von Klassikanderswo immer mal wieder ein Museum anderswo an historisch bedeutsamen Orten in der Gemeinde machen.

Wenn beispielsweise alte Häuser abgerissen würden, wolle er gern zuvor ihre Geschichte recherchieren und dokumentieren, denn mit jedem abgerissenen Haus verschwinde sonst ein Stück Ortsgeschichte auf Nimmerwiedersehen. Bei der Gemeinde hat Paulus bereits angefragt, ob es möglich sei, ihn rechtzeitig vor dem Abriss von Gebäuden zu informieren. Paulus’ Bitte an die Bürger aus Grenzach-Wyhlen: Wenn sie Häuser abreißen lassen, mögen sie doch bitte vorher mit ihm Kontakt aufnehmen, sodass er eine Chance hat, die Geschichte des Hauses zu dokumentieren und öffentlich zu machen.

Kontakt: Kurt Paulus: 0173/6627 227.

Autor: Sarah Nöltner