Wilde Notenköpfe, kunterbunter Streicherhaufen

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Mo, 26. November 2018

Grenzach-Wyhlen

Das Schülerkonzert im Haus der Begegnungen zeigt, was Kinder in kurzer Zeit auf ihren Instrumenten lernen können.

GRENZACH-WYHLEN. Im Haus der Begegnung stellten junge Musiker, die die Musikschule Rheinfelden oder deren Nebenstelle Grenzach-Wyhlen besuchen, ihr Können vor. Das war durchaus brillant und verblüffte die zahlreichen Zuhörer, darunter natürlich viele Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel, die nicht mit Applaus sparten. "Große und kleine Künstler haben sich für dieses Schülerkonzert intensiv vorbereitet" sagte Musikschulrektor Bernward Braun. Und das spürte man auch.

Einige Schüler spielten Schweres ohne Noten

Der Streicher-Spielkreis "Wilde Notenköpfe" trat zuerst auf die Bühne. Das sind achtjährige Kinder, die seit einem Jahr von Monika Kordowich Geigenunterricht erhalten. An Hand zeitgenössischer Literatur zeigten sie, wie schnell und wie weit sie in diesem einen Jahr das Instrument erlernt haben.

Die vom Vororchester "Kunterbunter Streicherhaufen" vorgetragenen Werke waren bereits herausfordernder, es sind neun bis elf Jahre alte Kinder, ebenfalls unter der Leitung von Kordowich. Für ihre gute Leistung spendete das Publikum viel Applaus.

Folker Bakowski unterrichtet Gitarre, er hatte mit seinen begabten Schülern Stücke der Beatles ausgewählt, die im Saal sehr viel Anklang fanden. Der zehnjährige Patrick Gössl setzte sich an den Flügel, schraubte den Stuhl zurecht und spielte wie ein Profi den ersten Satz einer Sonatine von Friedrich Kuhlau auswendig, ohne Notenblätter vor sich. Eine unglaubliche Leistung, die das Publikum mit donnerndem Applaus belohnte. Auch Lucio Cortazzo (16 Jahre) spielte das berühmte Stück "Clair de lune" von Claude Debussy (1862-1918) ganz auswendig, er verblüffte die Hörer mit seinem ausgeglichenen, wunderbaren, virtuosen Spiel.

Bjarne Seidensticker wuchtete den Kontrabass auf die Bühne und intonierte mit Carl-Martin Buttgereit am Flügel das Allegro des italienischen Komponisten Giambattista Cimador (1761 bis 1805). Bei der gefälligen, leichten, melodiösen Komposition hörte das Publikum gespannt zu. Herausfordernd auch sein Solo, ein Werk des zeitgenössischen Komponisten David Ellis, bei dem er gestrichen, gezupft, geklopft, mit hohen und mit tiefen Tönen die große Ausdruckstiefe des Instrumentes vorführte. Das von den Musiklehrern mit gutem Gespür zusammengestellte Programm ging zart mit Querflötentönen weiter. Drei Schülerinnen der Querflötenklasse von Susanne Hopfer wandten sich wieder dem 18. Jahrhundert mit einem wunderbaren Präludium des deutschen Flötisten Johann Joachim Quantz zu, sauber vorgetragen und hinreißend gespielt.

Das Streichorchester umfasst 16 junge Musiker unter der Leitung von Monika Kordowich. Mit Jill Towsend Werk "Carnival Time!" wieder in der Gegenwart angekommen beendeten die begabten Musiker den zauberhaften Abend mit visuellen Jahrmarktszenen, einem Straßenverkäufer und einem visuellen Bären an der Kette. Das Publikum war begeistert, die Eltern zu Recht stolz auf das Können ihrer Kinder. Braun dankte den Eltern, denn "ohne sie geht gar nichts" äußerte er.

Info: Die Musikschule Rheinfelden unterhält eine Nebenstelle im Schulzentrum. Dort werden Blockflöte, Gitarre, E-Gitarre, Klarinette, Klavier, Oboe, Querflöte, Violine, Viola sowie Gehörbildung unterrichtet.

Alle Infos unter www. musikschule-rheinfelden. de