Die Indienhilfe hat viel Geld für die Ärmsten der Armen gesammelt

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mo, 03. April 2017

Gundelfingen

211 000 Euro flossen im vergangenen Jahr nach Indien / Der Gundelfinger Verein unterhält 180 Patenschaften und will weitere Projekte fördern.

GUNDELFINGEN. Seit 22 Jahren gibt es die Gundelfinger Indienhilfe "Wasser ist Leben". Bei der Jahresversammlung in der Aula der Grundschule gab es einen Rückblick auf die Aktivitäten zur Förderung der Kinder in Indien, die im vergangenen Jahr mit 211 000 Euro unterstützt wurden. Die Mittel stammten aus Einzelspenden, Patenschaftsbeiträgen und den Stiftungserträgen der Echo-Stiftung. Auch das Denzlinger Erasmus-Gymnasium hat den Erlös aus dem Lichterfest im vergangenen Jahr der Indienhilfe gespendet.

Im aktuellen Jahr hat sich der Gundelfinger Verein einiges vorgenommen. "Auf der Agenda 2017 stehen Projekte in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Bildung und Klimaschutz", verdeutlichte Gerda Geretschläger bei der Versammlung. Allein für die Grundversorgung der mehr als 400 Mädchen in den Heimen in Naya Jeevan, Asha Niketan, Premankur, Shevgaon und Tilak Nagar muss sie rund 100 000 Euro an Spenden sammeln. Geleitet werden die Heime von den Schwestern "Helpers of Mary", eine christliche Ordensgemeinschaft, die ungeachtet von Kasten- oder Religionszugehörigkeit den Ärmsten der Armen, den Ureinwohnern und Leprakranken hilft.

Ein weiteres Herzensanliegen ist dem Verein die Ausbildung der Frauen und Kindern in den Slums. Die Adivasikinder in Korlai und Malwani will der Verein in diesem Jahr besonders im Bereich der Hausaufgabenbetreuung unterstützen. Dafür braucht die Indienhilfe 24 000 Euro. Für die Berufsausbildung der älteren Mädchen in den Heimen rechnet das Hilfswerk in diesem Jahr mit Kosten von rund 20 000 Euro – diese werden zum großen Teil von der Echo-Stiftung übernommen. "Wir rechnen mit zurückgehenden Erträgen in diesem Jahr", sagte Valentin Hettich von der Stiftung. In 2016 brachte das Stiftungsvermögen eine Ausschüttung von rund 15 000 Euro. "Daher mein Appell – stiften Sie, damit wir Bildung in Indien fördern können."

"Beim Gespräch mit der Ordensleitung wurden uns noch weitere Wünsche mit auf dem Weg gegeben", erzählte Geretschläger. Sie war Anfang des Jahres anlässlich des 50-jährigen Gründungsfestes von des Heims Naya Jeevan vor Ort zu Besuch. "Die Schwestern wünschen sich in drei weiteren Heimen je eine Solaranlage für die Stromerzeugung, damit die Mädchen künftig warmes Wasser haben." Um die Solaranlagen bezahlen zu können, braucht der Verein rund 15 000 Euro. Im Norden Indiens leben die Musahar, Rattenfänger, die zur unteren Kaste gehören. In der Region, wo diese armen Menschen leben, haben die Schwestern fünf Brunnen für sauberes Trinkwasser bohren lassen. Der Gundelfinger Verein will sich daran mit 5000 Euro beteiligen. "Insgesamt wollen wir für rund 185 000 Euro Projekte für die Kinder in Indien umsetzen", rechnete Geretschläger vor.

Für die Förderungen im Jahr 2016 liegen dem Verein staatlich beglaubigte Nachweise vor. "Transparenz ist für uns ein wichtiges Kriterium." Außerdem konnte Geretschläger sich beim Besuch in den Heimen vor Ort von der Verwendung der Gelder selbst überzeugen. "Dabei habe ich mich auch immer wieder mit den Frauen unterhalten. Sie sind alle voll tiefer Dankbarkeit für die Unterstützung aus Deutschland." Nachdem alle Bilder und Dokumente den guten Einsatz der Spendengelder bezeugten, lobte Bürgermeister Raphael Walz die Indienhilfe "Wasser ist Leben" als "Schatz der Gemeinde": "Jeder Euro ist bestens eingesetzt und wird in Indien von den Schwestern vergoldet."