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15. Mai 2012

Die Kunst liegt in der Abstraktion

Der Kunstverein Gundelfingen zeigt zurzeit Graphiken und Malerei von Emil Wolfgang Hanns im Foyer des Rathauses.

  1. Kunstausstellung Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Emil Wolfgang Hanns malt Bilder, die sich einprägen. Sie liefern Gesprächsstoff, regen an zur Beschäftigung, zum Sinnieren: Die Werke verlangen dem Betrachter was ab. Überzeugen können sich Kunstliebhaber derzeit bei der Ausstellung im Gundelfinger Rathaus. Dort sind die interessanten Werke bis 6. Juni zu sehen.

Nach farbigen und figürlichen Malereien der letzten Ausstellungen zeigt der Gundelfinger Kunstverein nun abstrakte Werke, die in ihrer Farbgebung einheitlich sind: Es sind warme Gelb-, Ocker- und Brauntöne, die eine gewisse Ruhe ins Foyer des Rathauses bringen. "Die Natur ist mein Vorbild", sagte Emil Wolfgang Hanns bei der Ausstellungseröffnung. Er beschäftigt sich mit Dingen aus der Natur: Mit Getreide, Früchten oder Holz, und er vermittelt eine Tiefe, die über das bloß Dargestellte und das Räumliche weit hinausgeht.

Sehr ansprechend empfindet auch Bürgermeister Reinhard Bentler die Werke, erklärt er bei der Vernissage. "Man muss sich dieser Kunst nur langsam annähern." "Ich könnte ein Getreidefeld in natura anschauen, aber ein Bild des Künstlers Hanns bettet mich ein in die Wärme des Sommers – und der Fantasie sind mehr Möglichkeiten gegeben", erläutert Ulrike Bach, Vorsitzende des Kunstvereins Gundelfingen, in ihrer detaillierten Einführung die Wirkung der Bilder auf den Betrachter.

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Neben der Malerei und Grafik hat Hanns als freier Mitarbeiter für Verlage gearbeitet und Illustrationen für medizinische Fachliteratur hergestellt. Dabei steht er im Operationssaal und beobachtet, um hinterher eine Zeichnung anzufertigen, die dann noch koloriert wird. Anhand dieser Zeichnungen können Studenten viel besser, als auf einer Fotografie, die einzelnen Organe erkennen. Um sich in diesem Gebiet besser auszukennen, hat der Künstler zwei Semester Anatomie studiert.

Etwa 50 derartige Zeichner gibt es in Deutschland. Einige Beispiele dafür sind bei der Ausstellung zu sehen.

Emil Wolfgang Hanns wurde 1936 in Leipzig geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum graphischen Zeichner. In Berlin studierte er bildende Kunst und freie Graphik und war ab 1960 Meisterschüler. Er nahm an dem Ausstellungszyklus "Farbige Graphik" der Kestner Gesellschaft in Hannover teil, ein berühmter deutscher Kunstverein, bei dem schon Picasso, Mirò und Duchamp vertreten waren. Ab 1964 war er in Freiburg als Illustrator tätig und lehrte an der Pädagogischen Hochschule Grafik, Farbe, Siebdruck und Aktzeichnen. 1994 hatte Hanns eine Einzelausstellung in Kiel und seit zwölf Jahren zeichnet er Illustrationen für medizinische Fachliteratur. Seit 2008 lebt Emil Wolfgang in Gundelfingen. – Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Ulrich Leszke am Flügel.

Autor: Andrea Steinhart