Interview mit Storchenvater

In Gundelfingen sind die ersten Störche gelandet

Max Schuler

Von Max Schuler

Di, 21. Februar 2017

Gundelfingen

Die ersten Störche sind wieder in Gundelfingen eingetroffen. Natürlich wurden sie bereits gesichtet vom Gundelfinger Storchenvater Dieter Engelbrecht. Im Interview mit Max Schuler sagt er, wie die Nestvorbereitungen liefen.

GUNDELFINGEN. Die ersten Störche sind wieder in Gundelfingen eingetroffen. Natürlich wurden sie bereits gesichtet vom Gundelfinger Storchenvater Dieter Engelbrecht. Im Interview mit Max Schuler sagt er, wie die Nestvorbereitungen liefen und ob es sich bei den Störchen auf dem Turm der Evangelischen Kirche um alte Bekannte handelt oder ob man dort Neuankömmlinge begrüßen kann.

BZ: Wie viele Störche konnten Sie in diesem Jahr bereits in Gundelfingen sichten?
Engelbrecht: Momentan befinden sich zwei in dem Nest auf dem Turm der Evangelischen Kirche. Ein weiterer ist zu sehen im Nest bei dem Reiterhof Müller.

BZ: Haben Sie sonst noch Störche in der Umgebung sichten können?
Engelbrecht: Auffallend viele standen auf einer Wiese bei Unterreute. Da haben wir mehr als zehn Vögel gesehen. Auf den Äckern bei den Dörfern Richtung Kaiserstuhl sieht man auch immer mal wieder Tiere stehen. Man sieht auch immer wieder Reiher. Auffallend ist dieses Jahr, dass man viele weiße Reiher zu Gesicht bekommt, was eher ungewöhnlich ist.

BZ:
Im vergangenen Jahr haben Sie neue Bildschirme im Rathaus und in der Grundschule angebracht, über die man in das Nest auf dem Kirchturm schauen kann. Wie wird das Angebot bisher angenommen?
Engelbrecht: Das Angebot wird, denke ich, sehr gut angenommen. Beide Fernseher laufen. In der Grundschule ist das Bild sogar noch etwas besser als ihm Rathaus.

BZ: Haben Sie die Nester für die Störche schon präpariert, damit es auch dieses Jahr mit dem Nachwuchs klappt?
Engelbrecht: Mit der Hilfe zweier Leute vom Bauhof in Gundelfingen haben wir vergangene Woche das Nest auf dem Kirchturm hergerichtet. Zuvor habe ich dafür das Reisig besorgt. Wir haben alles sauber gemacht, in der Mitte ist immer viel altes Material, das schlammig ist. Da dürfen die Jungen nicht drin sitzen, das muss man raus machen. Wenn wir dort zugange sind, schauen die Störche uns dabei immer aus sicherer Entfernung zu.

BZ: Sind die Störche auf dem Kirchturm alte Bekannte?
Engelbrecht: Ich konnte die Ringe noch nicht genau ablesen. Bei dem männlichen Vogel handelt es sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Storch, der bereits bei uns war. Der zweite Vogel hat gar keinen Ring am Fuß. Das dürfte also ein neues Storchengesicht sein. Es scheint ein weiblicher Storch zu sein. Aber das können wir erst festlegen, wenn es zur Kopulation kommt.

BZ: Vorausgesetzt die Störche auf dem Kirchturmdach pflanzen sich fort. Wie lange dauert es noch, bis der Nachwuchs schlüpfen könnte?
Engelbrecht: In vier Wochen ist Brutzeit. Dann dauert es nochmal vier Wochen, bis die Störche schlüpfen.

BZ: Wie sieht es derzeit mit dem Futterangebot für die Vögel aus?
Engelbrecht: Das Futterangebot ist gerade sehr schmal. Die Störche konkurrieren dabei auch mit den Reihern. Auf dem Speiseplan steht für die Vögel derzeit eigentlich nur eins: Mäuse. Auf dieses Futter haben sich auch die Störche spezialisiert, die bei uns überwintern. Menschen sollten es unterlassen, die Tiere zu füttern. Störche sind Wildvögel, und das müssen sie bleiben. Man sollte sie nicht belästigen. Aber die Vögel lassen sich grüßen. Also ich bilde mir jedenfalls ein, dass sie mich mittlerweile kennen – wenn ich hoch zum Turm rufe oder pfeife, schauen sie jedenfalls immer zu mir herunter.

Dieter Engelbrecht (82) ist Storchenvater von Gundelfingen und lebt auch in der Gemeinde. Engelbrecht ist im Vorstand des örtlichen Ablegers des BUND.