Katastrophen, Verstrickungen und andere Dinge

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Do, 14. Juli 2011

Gundelfingen

Kunstverein Gundelfingen zeigt derzeit im Rathausfoyer erschaudernde Gemälde des Hamburger Künstler Gerd Heide.

GUNDELFINGEN. "Wenn meine Bilder finster sind, dann muss ich es nicht sein." So neckisch wie der Hamburger Künstler Gerd Heide selbst sind seine derzeit im Rathaus zu sehenden Bilder, die dort auf Einladung des Kunstvereins bis zum 3. August ausgestellt sind. "Und außerdem macht es mir Spaß, die Weltprobleme ein bisschen auf die Schippe zu nehmen."

Die Bilderschau von Gerd Heide, die bereits zur Vernissage eine große Interessengemeinde fand, zeigt rätselhaft verschlüsselte Motive. "Es sind politische Allegorien, die gesellschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragen und darstellen", erläuterte Günter Hein, ein guter Freund des Künstlers und damit prädestiniert für die Einführung.

Gerd Heide selbst bezeichnet seine Kunst als literarische Malerei, wobei er dafür Allegorien verwendet. Dadurch werden abstrakte Begriffe, Vorstellungen und Zusammenhänge anschaulich und sinnbildlich präsentiert. Und so stellen seine Kunstwerke in Allegorien dar, was schon bei Michelangelo und Caravaggio zu finden war: Der Künstler wird zum Mahnenden.

Häufiges Thema der Heide-Bilder ist die vertrackte Schönheit von Katastrophen und die darauf unangemessene Reaktion der Betroffenen. Etwa beim Bild "Der Meeresspiegel steigt." Gerd Heide nimmt dazu Pinsel, um Überflutung, Verkehrschaos, Weltuntergang oder Dürre ein Gesicht zu verleihen.

Seine Farben: düsteres Braun, dunkles Grün und brennendes Rot. Dennoch entdeckt der aufmerksame Betrachter schnell die wahren Aussagen der Bilder. Das deplatzierte Verhalten der Menschen: Wenn der Meeresspiegel steigt, zieht die Bevölkerung Schwimmflügel an. Gerd Heide meint dazu: "Die Ideen zu meinen Bildern liegen in meinem Kopf – ich muss sie nur auf Leinwand bringen."

Die Arbeitstechnik ist durchgängig Öl auf Leinwand – mit Kraft und Spannung in jedem Motiv.

Gerd Heide ist 1937 in Hamburg geboren lebt dort. Er male seit er vier Jahre alt ist, erzählt er. Nach Banklehre, Abendabitur und Kunststudium in Mainz war er als Kunsterzieher in Hamburg und Schleswig-Holstein tätig.

Bereits viele Ausstellungen im norddeutschen Raum

In seiner Freizeit und im Ruhestand ist er seiner Berufung nachgegangen und hat über die Jahre eine große Anzahl von einzigartigen Gemälden erstellt. Er hat etliche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Ausstellungen vor allem in Hamburg, Norddeutschland und Skandinavien mit seinen Gemälden ausgestattet. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Gerhard König.

Hinweis: Die Ausstellung im Rathaus kann von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr im Rathaus-Foyer besichtigt werden.