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12. Juni 2013

Klassik-Jazz stilecht interpretiert

Die Freiburger Jazz Combo bringt auf Einladung des Kunstvereins nostalgische Rhythmen ins Gundelfinger Rathausfoyer.

  1. Klassische Jazz Songs stilecht interpretiert / Freiburger Jazz Combo bringt nostalgisches ins Gundelfinger Rathausfoyer Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Ein angenehmes Gefühl vermittelte die Musik, die von der Freiburger Jazz Combo am Sonntagabend im Gundelfinger Rathausfoyer auf Einladung des Kunstvereins gespielt wurde. Gleich beim ersten Stück gab es Soloapplaus für die Sängerin Adi Wolf und den Vibraphonisten Gareth Reaks.

"Sie können hemmungslos klatschen, mit den Füßen wippen und mit den Fingern schnippen. Tun Sie alles, wozu Sie Lust haben", wünschte Gareth Reaks vor zahlreich erschienenem Publikum im Gundelfinger Rathausfoyer. Mit dem Konzert beschreitet der Kunstverein – nach vielen Klassikkonzerten – eine neue Reihe, die mehr in die Moderne geht. Mit Erfolg. Die Vorsitzende des Kunstvereins, Ulrike Bach, war begeistert vom großen Interesse an der Veranstaltung und an der Freiburger Jazz Combo, die zum zweiten Mal ein Konzert mit den Songs aus dem "Great American Songbook" präsentierte.

Lust und Spaß, den die Band und besonders die Frontfrau aus Hamilton/Bermuda bei der Interpretation der Songs hatten, konnte das Publikum in jeder Note spüren. Jedes Wort trug Adi Wolf mit ihrer samtigen Stimme stilecht vor. Am Klavier ließ Philippe Herlyn seine Finger eilfertig über die Tasten springen, während die Jazz-Virtuosen Carsten Auerbach (die schnellsten Stöcke Freiburgs), Andreas Schauder (Kontrabass) und Gareth Reaks (Vibraphon) immer wieder gekonnt einsetzten. Der melodisch, swingende Mainstream-Jazz eroberte im Sturm die Herzen und Ohren der Zuhörer. Reaks, der Leiter der Band, lebt in Gundelfingen. Er war 25 Jahre lang Musiklehrer und Chorleiter an einem College in England.

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Einblendungen und vergnügliche Anekdoten aus dem Leben der Komponisten Cole Porter, George Gerswhin, Richard Rogers, Benny Carter und anderen, rundeten die Songauswahl ab. So wurden die Besucher darüber informiert, dass erst Ella Fitzgerald dazu beitrug, dass der Song "My funny Valentine" sich im Modern Jazz etablierte oder "Night and Day" Teil vom Cole Porters 1932 komponiertem Musical Gay Divorce war und am Broadway von dem großartigen Fred Astaire uraufgeführt wurde.

"Mean to me" erschien 1929 und wurde gleich eine Million Mal verkauft. Kaum zu glauben, dass der Song "It had to be you" schon 90 Jahre alt ist. Immer wieder kommt er in Filmen zum Einsatz wie etwa in The Roaring Twenties, I’ll see you in my dreams, Casablanca, Annie Hall oder Harry und Sally. Im November 1833 gab es einen spektakulären Sternschnuppenregen in Alabama. Der Himmel war so hell erleuchtet, dass die Menschen dachten, die Sonne ging auf, die Hähne fingen an zu krähen. Der Song "Stars fell on Alabama" wurde dazu 1934 geschrieben, und im selben Jahr wurde auch Carl Carmers Buch über die Geschichte Alabamas unter demselben Titel veröffentlicht.

"That’s all" von Alan Brandt, ein Lieblingsstück vieler Jazzinterpreten, begeisterte die Zuhörer mit seiner Melodie wie auch mit der farbigen Bildhaftigkeit des Textes. Beendet wurde das 90-minütige Jazzkonzert mit dem Song von Horace Silver "Permit me to introduce you to yourself".

Unter dem Begriff "Great American Songbook" sind amerikanische Songs aus der Unterhaltungsmusik der 1920er bis 1960er Jahre zusammengefasst. Die Songs, mit ihren sentimentalen, romantischen und humorvollen Texten, wurden für das Musiktheater oder den Film komponiert. Gesungen wurden sie von den großen Interpreten des 20. Jahrhunderts wie Billie Holiday, Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Mel Tormé und Nat King Cole.

In den vergangenen Jahren verhalfen unter anderem Michael Buble, Jamie Cullum, Diana Krall und die Freiburger Jazz Combo dem Songbook zu neuer Popularität. Die Freiburger Jazz Combo gastiert ein weiteres Mal im Glashaus in Freiburg-Rieselfeld am 30. Juni.

Autor: Andrea Steinhart