Romantische Töne in Perfektion

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mo, 22. Juli 2013

Gundelfingen

Konzert mit Dana Barak und Sabine Pander in Gundelfingen.

GUNDELFINGEN. Es war das erste Konzert, das Dana Barak (Klarinette) und Sabine Pander (Klavier) in Gundelfingen gaben. Für das Kammerkonzert, zu dem der Kunstverein Gundelfingen ins Kultur- und Vereinshaus eingeladen hatte, wählten die Musikerinnen Werke der Romantik von Robert Schumann, Camille Saint-Saens und Carl Maria von Weber aus. Das Konzert stand unter dem Motto "Ain‘t it Romantic?" (übersetzt: "Ist das nicht romantisch?").

Sommerleicht waren die Meisterinnen mit ihren Instrumenten ins Konzert gestartet und ließen zu Beginn Robert Schumann (1810 – 1856) mit einem differenzierten Spiel erklingen. In dem Fantasiestück op. 73 beeindruckten sie mit einem innig-lyrischen Ausdruck im ersten Teil, einem lebhaften pointieren im zweiten und einem feurigen Schlussstück. Das Klavier Solo von Franz Listz (1811 – 1886) schloss sich daran an. Pianistin Sabine Pander webte dabei einen federleichten Klangteppich und präsentierte ihr ganzes Können.

Eine Überraschung war die Sonate für Klarinette und Klavier von Charles Camille Saint-Saens (1853 – 1921). Die Klarinette als Instrument, das als Inbegriff des Romantischen gilt, kam hier hervorragend zur Geltung. Munter und forsch gingen die beiden Musikerinnen den feurigen, rasanten ersten Satz an – mit dem bisweilen dominierenden Anteil der Klarinette. Beim Allegro animato erklangen die Töne der beiden Instrumente wie ein klarer Bachlauf, es entstand der Eindruck einer hervorragend ausbalancierten Interpretation, die sich bis zum Molto Allegro noch verstärkte. Im Lento, einer Sehnsucht weckenden Musik, ging es schwer und getragen weiter.

Nach einer kurzen Pause präsentierten die beiden Musikerinnen das Duo in Es-Dur op. 15 von Norbert Burgmüller (1810 – 1836). Über dem Larghetto schwebte dabei eine tiefe Melancholie, die sich durch den ganzen Satz zog. Über den weichen Klangflächen des Klaviers dominierte das Spiel der Klarinette. Höhepunkt des Abends stellte das Grand Duo Concertant in Es-Dur op. 48 von Carl Maria von Weber (1786 – 1826) dar. Dabei ging es im ersten Satz feurig schnell voran, in einem drängenden Duktus, der bekannt ist für Webers Ouvertüren. Das Andante sorgt für einen innerlichen, aber doch bewegten Ruhepunkt, bevor das Rondo eine brillante Pointe nach der anderen zündet und sich virtuos in alle spieltechnischen Finessen hineinsteigerte.

Höchste spieltechnische Anforderungen

Das Stück stellte an beide Instrumentalisten höchste spieltechnische Anforderungen und erforderte ein sehr präzises Zusammenwirken, was den Musikerinnen äußerst gut gelang. Da war es kein Wunder, dass die leider sehr wenigen Zuhörer nach so einem bezaubernden Stück von verträumter Zartheit das Duo nicht ohne eine Zugabe gehen ließen.

Die Klarinettistin Dana Barak wurde 1987 in Israel geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluss an der Universität Tel Aviv schlug sie neue Wege in Europa ein. Sie begann ein Masterstudium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe und schloss es in Freiburg mit dem Certificat for Advanced Studies ab. Seit 2012 ist sie an der Hochschule für Musik in Basel tätig. Als Solistin trat sie schon mit berühmten Orchestern, darunter das Israeli Stage Orchestra, auf. Als Kammermusikerin wirkte sie unter anderem mit bei Musikfestivals in Deutschland, Schweiz, Israel, Italien und in den USA.

Die Pianistin Sabine Pander ist 1974 in München geboren. Sie studierte aufs Lehramt an Gymnasien, arbeitete unter anderem als Assistentin und Stimmbildnerin beim Mädchenchor am Essener Dom und als Korrepetitorin und Zweite Chordirektorin am Theater Bonn. Sie ist Dirigentin diverser Chöre in den Bereichen Klassik, Pop und Jazz und konzertiert als Pianistin und Cembalistin, etwa als Solistin mit Orchester, als Begleiterin von Sängern oder Chören.

Dana Barak und Sabine Pander engagieren sie sich auch gemeinsam in der von Erich Fischer 1995 gegründeten Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation. Bei dem Projekt "Klassische Konzerte für Schüler" bringen sie klassische Musik im weitesten Sinne Schülern näher. Sie verwandeln dabei die Schulstunden in eine unterhaltsame und nebenbei auch noch informative Musikveranstaltung, die über mehrere Hauptvertreter aus Barock, Klassik und Romantik bis ins 20. Jahrhundert führt.