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08. September 2017

Vergänglichkeit in Herbstfarben

Die in Frankreich lebende Künstlerin Eva Wieland zeigt in Gundelfingen vielfältige Malereien und unterschiedliche Techniken.

  1. Eva Wielands Werke sind bis am 11. Oktober im Rathaus zu sehen. Foto: Andrea Steinhart

  2. Eva Wieland Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Spontane Malerei klappt am besten mit Aquarellfarben. Eva Wieland greift jedoch gern noch zu anderen technischen Möglichkeiten der Malerei und gestaltet kontrastreiche Acrylbilder. Ihre Werke sind derzeit im Gundelfinger Rathaus ausgestellt.

"Hauptsächlich male ich im Herbst oder Winter", gesteht die im französischen Burgund lebende Künstlerin in einem Interview mit der Kunstvereinsvorsitzenden Ulrike Bach. "Die überschwänglichen Farben des Sommers sind nicht mein Ding." Manche ihrer Bilder drücken Vergänglichkeit aus, verbreiten Melancholie. Und doch zeigen alle Gemälde die Lust am malerischen Vorgang. Die rund zwei Dutzend ausgestellten Bilder zeigen auch die Freude, den Farbton der Dämmerung zu treffen, wenn der schwarze Himmel einer milchigen Wolkendecke weicht. Halbfertiges oder Überreiztes gibt es bei Eva Wieland nicht. Die Acrylbilder sind Motive einer inneren Gefühlswelt, die auch der Betrachter erfahren kann. Neben der Ruhe strahlen sie in ihrer verhaltenen Farbigkeit Harmonie aus, dynamisches Fließen und bisweilen nachdenkliche Zurückhaltung.

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Bei den ausgestellten Aquarellbildern hingegen dominieren Lebendigkeit und Transparenz. Lust zu malen hatte Eva Wieland schon, als sie noch Schülerin in Wiesbaden war. "Ich war immer die Beste – meine Bilder wurden auch öfters in der Schule ausgestellt." Doch zunächst studierte sie Ökologie und Geologie und arbeitete viele Jahre in der Waldschadensforschung Berlin und später im Organisationsbüro für Kunstausstellungen, ebenfalls in Berlin. 18 Jahre lebte sie in der Hauptstadt, dann zog sie nach Amsterdam, wo sie neben ihrem Halbtagsjob in der Freizeit Kurse besuchte und außerdem im Selbststudium lernte, mit Ölfarben umzugehen. Um die Basis des Zeichnens und Malens zu erlernen, begann sie eine siebenjährige Ausbildung, experimentierte mit verschiedenen Arbeitstechniken. Im Anschluss daran zog sie nach Frankreich.

Seit dem Abschluss ihrer Ausbildung bietet sie selbst Aquarellunterricht in ihrem Atelier an, das in einer alten Mühle untergebracht ist. "Meine Schüler erlernen in dem Kurs vor allem die Kunst des Weglassens sowie spontan und locker auf nassem Papier zu arbeiten", erzählte die Künstlerin im Rahmen der Vernissage. Musikalisch begleitet an der Gitarre wurde die Eröffnung von Johannes Bräuer.

Die Ausstellung ist bis 11. Oktober während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Autor: Andrea Steinhart