Viel Handarbeit im Familienzirkus

Viola Vetter

Von Viola Vetter

Fr, 09. März 2018

Gundelfingen

Bis zum Sonntag gastiert der Zirkus Lamberti in Gundelfingen.

GUNDELFINGEN. Seit Mittwoch hat sich die Wiese an der Waldkircherstraße am Gundelfinger Ortsrand in ein kleines Zeltdorf verwandelt. Beim Familienzirkus Lamberti heißt es am heutigen Freitag Manege frei für Clowns, Artisten und Komiker. Die bunte Zirkusshow wurde mit neuen Programmpunkten ausgeschmückt und kann auch am Samstag und am Sonntag von Groß und Klein bestaunt werden.

Insgesamt dauert die Show etwa zwei Stunden. In der Pause können die Zuschauer die Zirkustiere streicheln und sehen, wie diese dort leben. Minishetlandponys, dressierte Hunde und weiße Tauben bereichern das Programm des Zirkus, der von Johann und Manuela Zinnecker geleitet wird. Beide sind im Zirkusgeschäft groß geworden und konnten ihre Kinder ebenfalls für den Familienzirkus begeistern. Ihr 21-jähriger Sohn, Leandro Zinnecker ist Handstandartist, Hundedresseur und Messerwerfer. Er könnte sich keinen anderen Job vorstellen: "Ich bin schon mein Leben lang dabei und hatte auch nie Interesse, etwas anderes zu machen", erzählt er überzeugt. Insgesamt besteht der kleine Familienzirkus aus sieben Personen, selbst Leandro Zinneckers fünfjährige Nichte ist begeistert mit dabei. "Jeder hat sein eigenes Talent und findet so seinen Platz im Zirkus. Ob als Clown, Hundedresseur oder Komiker – bei uns in der Familie ist alles mit dabei", sagt Zinnecker stolz. Zusammen reisten sie als Zirkus das ganze Jahr durch Baden-Württemberg, um die Menschen mit ihrer Show zu begeistern.

Der Aufbau des Zeltdorfes dauert drei bis vier Tage

Doch ihre Arbeit besteht nicht nur daraus, neue Kunststücke für das Programm einzustudieren, sondern auch aus vielen anderen Aufgaben. Zunächst einmal dauert es eine Weile bis der Zirkus überhaupt dort steht, wo er stehen soll. Denn erst muss ein geeigneter Platz für das Zelt gefunden und abgeklärt werden, ob dieser überhaupt zur Verfügung steht. Dann wird die Werbetrommel gerührt, Flyer werden gebastelt und Plakate werden aufgehängt. Um den kompletten Zirkus überhaupt zum Stellplatz zu transportieren, müsse man mit einem Lkw die Strecke mehrmals hin- und zurück fahren.

Das Zirkuszelt selbst würden die männlichen Familienmitglieder zu dritt, manchmal sogar nur zu zweit, in vier bis fünf Tagen aufbauen, erklärt Zinnecker. "Drei Leute, die das vorher noch nie gemacht haben, würden wahrscheinlich ein bis zwei Wochen dafür brauchen."

Trotz der vielen Arbeit bleibt Zinnecker auch etwas Freizeit übrig: "Man hat beispielsweise oft nach der Show Zeit und geht dann auch mal feiern." Ein Zuckerschlecken ist das Zirkusleben jedoch nicht. "Über die Runden zu kommen, ist schon schwieriger als noch vor zehn Jahren", meint er. Das liege vor allem daran, dass es sehr viel Kritik beim Thema Tierhaltung im Zirkus gebe. Unterstellungen, Tiere würden im Zirkus nicht richtig behandelt, seien weit verbreitet. "Manchmal haben wir sogar Demonstranten vor dem Zelt", erzählt Zinnecker. Dabei, so betont er, "stehen die Tiere bei uns an erster Stelle". Es gebe strenge Vorschriften für die Tierhaltung, die auch exakt eingehalten würden. Man könne es sich überhaupt nicht leisten, Zirkustiere schlecht zu behandeln. Zum einen laufe man sonst Gefahr, dass Tiere dem Zirkus weggenommen würden. Zum anderen aber hätten Tiere, die schlecht behandelt würden, auch keine Lust, mit ihren Dresseuren etwas zu lernen. Der kleine Familienzirkus hat eine Strategie gefunden, sich über Wasser zu halten.

Als zweites Standbein bietet er Ferienprogramme an: Kinder lernen dabei, ihre eigene Show im Zirkuszelt auszuarbeiten, die zum Abschluss dann für die Familien und Freunde aufgeführt wird.

Zirkus Lamberti am Ortseingang von Gundelfingen: Vorstellungen am Freitag und Samstag, 9. und 10. März, jeweils um 17 Uhr, und am Sonntag, 11. März, um 14 Uhr.