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09. Juni 2012

Für Mensch und Maschinen

6. Bleibacher Baugespräche beschäftigten sich mit Industrie- und Gewerbebauten.

  1. Referenten bei den 6. Bleibacher Gesprächen: Josef Haas, Stefan Pawellek (Moderator), Klaus Wehrle, Christof Burger, Christen Merkle, Herbert Becherer (von links). Foto: Eberhard Weiss

  2. Produktionserfordernisse stehen im Mittelpunkt von Industriebauten. Aber es geht um mehr. Foto: Sylvia Timm

GUTACH. Um Industrie- und Gewerbebauten ging es bei den 6. Bleibacher Baugesprächen, also um kostengünstige Industriebaukonstruktionen, um Kredite und Förderungen, Effizienzgewinne durch Neuorganisation, aber auch Nachhaltigkeit. Geschäftsführer und Entscheider aus Wirtschaft und Politik trafen sich dazu im Bauinformationszentrum Bizzz am Gutacher Stollen.

Die "Zukunftsfabrik", also die Wasserkraft Volk AG (WKV) gegenüber des Bizzz stand am Beginn der Vorträge dieses aufschlussreichen Vormittags. Anfangs als technisch nicht machbar und als nicht finanzierbar bezeichnet, habe sich nach zehn Jahren die Vision des Firmengründers Manfred Volk und seiner Mitarbeiter zu einer realen Erfolgsgeschichte entwickelt, sagte Vorstandsvorsitzender Josef Haas. Mit 140 Mitarbeitern ist die WKV der einzige Komplettanbieter von Wasserkraftanlagen; alle Komponenten werden im Werk gefertigt. Die Ausbildungsquote betrage zwölf Prozent. Fünf Prozent des Jahresgewinnes fließen in soziale Projekte in Entwicklungsländer, wo die Firma arbeite. Die ersten Ziele seien erreicht, so Josef Haas. Neue sind, mit einer nochmaligen deutlichen Erweiterung, angepeilt.

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Fast nahtlos schloss sich der folgende Vortrag "Kostengünstige Industriebaukonstruktionen" von Christof Burger von der Waldkircher Hoch- und Tiefbaufirma Karl Burger GmbH an, zumal diese seit zwölf Jahren eine "super Zusammenarbeit" mit der WKV verbinde. Christof Burger schilderte die Probleme, die sich beim Bau der Zukunftsfabrik ergaben und die Möglichkeiten eines interaktiven Optimierungsprozesses. Statt des üblichen Vorgehens beim Bauen – Bauherr, Architekt und Statiker planen das Bauwerk, fertigen eine Ausschreibung mit Leistungsverzeichnis über alle Gewerke und führen die Vergabeverhandlungen – setzt Christof Burger auf die Alternative "Bauteam". Mit dem Bauherrn, dem Architekten als Planer und Moderator, dem Statiker und den Handwerkern wird das Bauwerk gemeinsam geplant. Ziel ist eine Kostenersparnis durch Synergie, die Vermeidung von Reibungsverlusten, die Erhöhung und Sicherstellung der Qualität, aber auch die Mitverantwortung der Handwerker für das Gesamtbauwerk. Über "Kredite und Förderung für Gewerbebetriebe" sprach Herbert Becherer von der Volksbank Breisgau Nord. Er erläuterte sehr eingehend das Umwelt- und Energieeffizienzprogramm ERP der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

"Effizienzgewinne durch Neuorganisation eines Gewerbeunternehmens" waren das Thema von Christen Merkle, dem Geschäftsführer von AHP Merkle, Hersteller von Hydraulikzylindern aus Gottenheim. Seine Darstellung fußte auf Erfahrungen beim Bau des neuen Firmengebäudes. Christen Merkle sieht die Möglichkeiten eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses als eine "innere Haltung aller Beteiligten" an.

Klaus Wehrle, der Chef der Carré-Planungsgesellschaft und Initiator des Bizzz, schloss den hochinteressanten Vormittag ab mit Überlegungen zur nachhaltigen Planung von Industrie- und Gewerbebauten. Als Planer der Gebäude von WKV und AHP Merkle und vieler anderer Projekte verfügt der Architekt über reiche Erfahrungen. Nachhaltigkeit am Bau zielt ab auf "die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand regeneriert werden kann". Nachhaltigkeit bedeute nicht nur gestalterische Qualität, sondern auch Nutzerzufriedenheit, Gesundheit und Behaglichkeit auf der Grundlage der Qualität der Planung, der Bauausführung und schließlich auch der Bewirtschaftung.

Autor: Eberhard Weiss