"Am besten auf Alemannisch"

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Sa, 09. April 2016

Hausen im Wiesental

BZ-INTERVIEW mit Heidi Zöllner / Die Muettersproch-Gsellschaft bringt am Samstag, 23. April, eine Alemannische Nacht auf die Bühne.

HAUSEN. "Trau Di halt – schwätz alemannisch", lautet das Motto der Muettersproch-Gsellschaft, und sie geht mit gutem Beispiel voran: Am Samstag, 23. April, holt sie sechs Experten für einen Abend auf die Bühne der Festhalle Hausen. Dabei wird freilich nicht nur "geschwätzt", sondern auch gesungen und gelacht. Was es damit auf sich hat, fragte BZ-Redakteur Dirk Sattelberger Heidi Zöllner, Organisatorin und Vorsitzende der rührigen Muetterspröchler im Wiesental.

BZ: Frau Zöllner, was erwartet die Besucher der ersten Alemannischen Nacht in der Festhalle von Hausen?

Heidi Zöllner: Die sechs Akteure bieten jeweils 20 Minuten Gesang oder Lesung. Jürgen Hack von den Bächlesörfer aus Freiburg wird moderieren und zwischen den Beiträgen singen und sprechen, um das Programm aufzulockern. Es gibt also über zwei Stunden Unterhaltung mit unterschiedlichen Stilen von teilweise preisgekrönten Mundartautoren.
BZ: Wird es dabei auch etwas zu lachen geben?
Zöllner (lacht): Ich hoffe doch!
BZ: Heißt das, dass Sie die Programmbeiträge im Einzelnen noch nicht kennen?
Zöllner: Das stimmt. Jürgen Hack legt auch die Reihenfolge der Akteure fest. Wir organisieren das Ganze zum allerersten Mal; die Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesetal macht im Jahr zehn Veranstaltungen im Hebelhaus in Hausen mit jeweils 25 bis 80 Zuhörern. Die alemannische Nacht wird nun viel größer, die Festhalle bietet Platz für über 200 Gäste.
BZ: Wie kam denn der Verein auf die Idee dieses Mundart-Abends?
Zöllner: Wir haben oft zu hören bekommen, dass Menschen gerne öfters zu unseren Veranstaltungen kommen würden, aber unter der Woche wegen anderer Termine oft keine Zeit haben. Das Interesse ist also da. Und unser Hauptverein feierte letztes Jahr sein 50-jähriges Bestehen, da gab es die Anregung für die Alemannische Nacht.
BZ: Das finanzielle Risiko trägt die Regionalgruppe?
Zöllner: Ja, da kommt einiges an Kosten zusammen, von Honoraren für die Autoren über die Hallenmiete und die Künstlersozialabgabe bis zur Gema...
BZ: Die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) musste sich letztes Jahr viel Kritik anhören, weil sie ihre Preise teilweise stark erhöhte. Was werden Sie in Hausen zahlen?
Zöllner: Das berechnet sich nach Quadratmetern und Eintrittspreisen. Ich schätze, die Rechnung an uns wird zwischen 200 und 300 Euro betragen. Die Hallenmiete ist dafür moderat.
BZ: Worauf freuen Sie sich am meisten am 23. April?
Zöllner: Auf eine volle Halle!
BZ: Letzte Frage: Warum machen Sie keine "hochdeutsche Nacht"?
Zöllner: Der Vereinszweck ist der Erhalt der alemannischen Sprache, und was ein Alemanne denkt und fühlt, kann er am besten auf Alemannisch ausdrücken.
BZ: Zum Beispiel?
Zöllner: Zum Beispiel eine Druggete. Genau die wünschen wir uns für 23. April!