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29. November 2017

Märchenhafter Musikabend

Herbstkonzert der Hausener Hebelmusik wird zum Event für die ganze Familie.

  1. Reinhard Seiberlich (links) gab beim Herbstkonzert den Märchenonkel, die Hebelmusik lieferte den dazu passenden Soundtrack. Foto: Heiner Fabry

  2. Die Kinder saßen am Sonntag in der ersten Reihe. Foto: Heiner Fabry

  3. Hebelmusik Familienkonzert Foto: Ines Bode

HAUSEN. Alte Pfade verlassen – neue Wege beschreiten: Dieser ambitionierten Aufgabe nahmen sich die Hebelmusiker am Sonntag an. Das Herbstkonzert bot eine Premiere – und wie prächtig sie beim Publikum ankam, bewies gemütliches Miteinander in der rappelvollen Halle.

Ein Nachmittag für die ganze Familie war angesagt, in einem stimmungsvoll dekorierten Saal. Anwesend waren zudem Senioren des Umlands. Man sei zwecks Einladung in den Heimen vorstellig geworden, berichtete Vizechef Heinz Eichin am Rande. Ganz nebenbei ließ sich im Georg-Reinhardt-Haus fürs Programm ein märchenhafter Ohrensessel abstauben. Trefflich bereicherte er die Bühnenoptik, bot zudem gebührende Position für Reinhard Seiberlich – "Erzähl-Opi" (Moderator Mario Brugger) und "Profi" (Vorsitzende Sandra Boos).

Zum Höhepunkt geriet der neuartige Auftritt, der die literarische Inszenierung von "Schneewittchen" barg. Die Musiker um Dirigent und Ideengeber Jean-Christophe Naas studierten die Vertonung des Grimm-Klassikers ein. Zu Gehör kam eine 30-minütige Darbietung, bei der sich die Hebelmusik zur orchestralen Kantilene, sprich Stimme, wandelte. Regelrecht verbildlicht wurden Sequenzen der bösen Stiefmutter. Schneidend scharfe Klänge kündeten von Mordlust. Unheil drohende Akkorde umrankten die Zwiegespräche mit dem berühmten Spieglein an der Wand. Jene Momente indes, die sich der liebreizenden Protagonistin widmeten, verströmten tonale Lieblichkeit.

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Die sieben Zwerge – personifiziert mit kostümierten Hebel-Zipfelmützenträgern, zuvor Einmarsch haltend – brachten sich mit vergnüglichen Passagen in die Handlung ein. Das ganze Ganze endete in pompöser Ton-Melange, der Hochzeit mit dem Prinz, zugleich Zeugnis des Orchesters als starke Ausdrucksmusiker. Seiberlich steuerte einen sprachlich perfekt konzipierten Beitrag bei, der verbale Nuancen nutzte – zum Genuss der kollektiv lauschenden Zuhörerschaft. Selbst coole Halbwüchsige spitzten da die Ohren. Visuell ergänzten 50 Zeichnungen des Malwettbewerbs, bei dem laut Boos jedes Blatt den Sieg verdiente. Die jüngsten Zeichner waren drei Jahre alt. Die volle Aufmerksamkeit galt auch dem "Polar-Express", temporeicher US-Weihnachtsfilm, dessen komprimiertes Modell in Hausen stoppte. 2004 als "furchtbarer Streifen" bekrittelt, wie Brugger die Kritiker zitierte, erlebte der Saal das komplette Gegenteil. Die Fahrt war mitreißend, wurde per Video gezeigt und übte visuelle Faszination aus. Bis zur glamourösen Endstation fesselten die Hebelmusiker mit rasanter, gefühlvoller Interpretation.

Zu berühren verstand weiter die "Eiskönigin". Es erklang der wenig frostige Musical-Hit "Let it go", der die Herzen der Fans gar erwärmte. Gleiches ließ sich beim Auftritt der Zöglinge um Leiterin Lara Kropf beobachten. Dem Nachwuchs oblag der Auftakt. Lautstarker Applaus galt dem 20-köpfigem Ensemble, das "Beauty and Beast" sowie Zauberer Merlin thematisierte. Hingucker bildeten die Nikolaus-Mützen, die den nahenden Advent einläuteten. Dazu passte wiederum die Zugabe der Aktiven: "Rentier Rudolph." Im Schlusswort sprach die Vorsitzende einem Kreis von Personen großen Dank aus, darunter dem Team, das die Bewirtung meisterte.

Autor: Ines Bode