Hebelabend 2016

Uli Führe wird mit der Johann-Peter-Hebel-Plakette 2016 ausgezeichnet

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

So, 08. Mai 2016 um 15:10 Uhr

Hausen im Wiesental

Der Träger der Johann-Peter-Hebel-Plakette 2016 steht fest: Uli Führe aus Lörrach.

HAUSEN. Als der als Universalgenie bekannte alemannische Liedermacher, Komponist und Autor Uli Führe am Samstag beim Hebelabend in der Festhalle die Johann-Peter-Hebel-Plakette überreicht bekam, feierten die Besucher den Ausgezeichneten mit lang anhaltenden Ovationen.

Man war sich einig, dass die Hausener Hebelkommission mit der Nominierung von Uli Führe genau die richtige Wahl getroffen hatte. Gibt er doch mit seinem umfangreichen Schaffen den Zuhörern und Lesern das Gefühl, von dem großen Dichter Johann Peter Hebel inspiriert worden zu sein oder ihm gar über die Schulter geschaut zu haben.

Laudator Markus Manfred Jung, selbst Plakettenträger und langjähriger Freund und Weggefährte von Uli Führe, war sich denn auch sicher, dass der Geehrte in der Festhalle in Hausen fast genau so viele Verehrerinnen und Verehrer wie Johann Peter Hebel habe. Uli Führe sei "läbig, schaffig und schöpferisch wie chuum e Zweite", formulierte Markus Manfred Jung in wohlklingendem Alemannisch am Anfang seiner Laudatio.

Uli Führe: Leben zwischen Ankommen und Fortgehen

Als Bähnlersohn 1957 in Haagen geboren, habe Uli Führe ein Bahnhofsleben zwischen Ankommen und Fortgehen führen müssen. Neun Schulen habe er wegen der ständigen Wohnortwechsel besucht, drei Mal sei er sitzen geblieben, habe trotzdem das Abitur geschafft und sei sogar als Professor an die Musikschule Düsseldorf berufen worden. Als Autodidakt hat Uli Führe das Gitarrenspielen erlernt. Die Musik sei für ihn zum Lebensinhalt geworden. Die Schönheit der alemannischen Mundart habe ihn schon früh fasziniert, so dass er als alemannischer Liedermacher und Komponist, Verfasser zahlreicher Kinderlieder und Musicals, aber auch als Autor origineller Geschichten und Theaterstücke einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte. Und am Ende seiner Laudatio verriet Markus Manfred Jung die Philosophie des Preisträgers: "De Uli Führe sait, er mögi keini Vorbilder, aber am Hebel chämti un wotti er nit vorbei." Und freudig rief er in den Saal: "Dankschön euch Huusemer, dass der ihn ehre. Dankschön dir Uli für alles, was du uns scho gschenkt häsch vo dim Schaffe un Lebe."

Von der Sekte mit "den gesenkten Köpfen"

In aller Bescheidenheit musste sich dann der neue Plakettenträger Uli Führe fragen: "Bin ich das, der do gemeint isch?", musste aber schließlich zugeben, sich doch in der Laudatio erkannt zu haben. Das Rahmenprogramm am Hebelabend habe ihm großartig gefallen. Vor allem der Kindertanz der Hanseli und Vreneli habe ihn total begeistert, und humorvoll meinte er: "Do würde mir Erwachsene ganz schön umeduble." Statt großer Dankesworte servierte Führe dann dem Publikum sein Frühlingslied und den witzigen Song von der "Sekte mit de gsenkte Köpf", mit dem er den Handy-Dauerwischern den Spiegel vorhalten wollte. Auch das weitere Programm des Hebelabends war wieder einmal vom Feinsten. Da brillierte in gewohnter Weise die Hebelmusik mit ihrem Dirigenten Jean Christophe Naas genau so wie auch der Hausener Gesamtchor unter der Leitung von Mathias Heftrich.

Herrlich anzusehen waren die Vreneli und Hanseli der dritten und vierten Hausener Grundschulklasse bei ihrem traditionellen Volkstanz, den Gabi Kropf mit ihnen einstudiert hatte. Samira Woelffle, Milan Rosery und Aaron Klein von der Musikschule Mittleres Wiesental bewiesen als Klarinettentrio ihr fast schon virtuoses Können, und Uli Führe stellte seine Neuvertonung des Hebelgedichts vom Mann im Mond vor.

Hebels bekanntes Gedicht "Die Wiese" gaben Hermann Lederer und Reinhard Seiberlich abwechselnd in Alemannisch und in Hochdeutsch zum Besten. Reinhard Seiberlich rezitierte den hochdeutschen Part, während Hermann Lederer sich der kräftigen und gleichzeitig lieblichen wie bildhaften Version in Alemannisch widmete und damit Goethes Rat, Hebels Gedichte auch in Alemannisch zu lesen, dabei unterstrich. Mit dem Basler Marsch ließ die Hebelmusik den offiziellen Teil ausklingen. Danach lud die Hebelkommission die Festgäste zu einem Gläschen Wein und Gugelhupf ein.

Mit der Plakette werden Menschen aus der Oberrhein-Region geehrt, die die sich besondere Verdienste um die Landschaft erworben haben, sei es durch künstlerisches Schaffen (Schriftsteller, Dichter, Maler) oder auf dem Gebiet der Denkmal- und Heimatpflege.

Hebelfest am Dienstag, 10. Mai 2016: 9.30 Uhr Hebelfeier des Kindergartens in der Festhalle. Um 11.15 Uhr feierliches Abholen der Gäste am Bahnhof mit der Hebelmusik/Umzug durchs Dorf. Ab 11.45 Uhr Festprogramm in der Halle, später Vergnügungspark und weitere Programmpunkte in Hausen