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01. April 2015

Es geht weiter mit der Sternschnuppe

Der Heitersheimer Gemeinderat stimmt einhellig für den Vertrag mit der Flexiblen Kinderbetreuung Staufen.

  1. Kerstin Dietzel, Thomas Mengel (beide von FKB), Heidrun Schönberger (Sternschnuppe), Bürgermeister Martin Löffler und Karin Heitzmann (Sternschnuppe, von links) bei der Vertragsunterzeichnung. Die FKB wird die Sternschnuppe in Heitersheim als Träger übernehmen. Foto: martin pfefferle

  2. Foto: Martin Pfefferle

HEITERSHEIM. Jetzt ist die Betriebsübernahme in trockenen Tüchern: Die Flexible Kinderbetreuung Staufen (FKB) übernimmt die Sternschnuppe. Damit ist der Weiterbestand der U 3- Kinderbetreuung gesichert, nachdem der bisherige Trägerverein seine Auflösung beschlossen hatte. FKB erhielt vom Gemeinderat das volle Vertrauen – ohne Gegenstimmen votierte das Gremium für den neuen Träger.

Auch die CDU-Fraktion schloss sich dem Verwaltungsvorschlag an – obwohl sie in einem Antrag gefordert hatte, den zweiten in Frage kommenden Träger, das Freiburger Jugendhilfswerk, ebenfalls kennenzulernen. Bürgermeister Martin Löffler begründete die Vorauswahl der Verwaltung damit, dass auch die derzeit noch Verantwortlichen der Sternschnuppe sich für FKB aussprächen. Dieses Argument griff Edmund Weiß (BLHG) als wichtig auf und begründete so sein Einverständnis damit, ausschließlich den Staufener Träger in der Sitzung zu haben. Dierk Bredemeyer begründete für die CDU den Antrag damit, dass er Sorge um die Nachhaltigkeit der Tätigkeit habe. Man wolle nicht in zwei bis drei Jahren über einen erneuten Wechsel nachdenken müssen. Ihm schiene die Konstruktion bei FKB sehr an Personen orientiert. "Ich treffe Entscheidungen gerne selbst", argumentierte er gegen die Vorauswahl.

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Bei der Abwägung, was für FKB spricht, war das Thema Ernährung ein wichtiger Faktor. FKB unterstützt das selbe Konzept mit einem Koch für die Einrichtung, während das Jugendhilfswerk einen Caterer engagieren würde. Das betonte Thomas Mengel, der kaufmännische Leiter, in seiner Präsentation und das hoben auch Bürgermeister Löffler und Eva Markowski (SPD) als wichtigen Punkt hervor. Die Sternschnuppe ist aktuell ausgezeichnet mit dem Beki-Zertifikat für gute Ernährung, wie auch die von FKB betriebene Staufener Krümelbande. Daniela Fünfgeld (FWH) fragte auch nach dem Verhältnis zu den künftigen Nachbarn. Im Erdgeschoss und im zweiten Stock sind Flüchtlinge untergebracht. Dies war in der Bürgerversammlung beim Johannes-Kindergarten Thema, wo Container aufgestellt werden sollen. Kerstin Dietzel jedoch betonte, dass Thomas Mengel und sie selbst nicht ohne Grund Mitglieder im Staufener Helferkreis seien. Bei Problemen werde man nach Lösungen suchen, vor allem aber werde man sich fragen: Wie kann man profitieren? Als positiven Aspekt hob Löffler die gute Zusammenarbeit von FKB mit der Staufener Verwaltung hervor.

FKB gibt es erst seit 2011, darauf bezieht sich auch die Sorge um die Kontinuität bei den CDU-Stadträten. In dieser Zeit hat sich der Träger aber etabliert und zügig erweitert. Die pädagogische Leiterin Kerstin Dietzel stellte die Einrichtungen vor, zu der neben der Krümelbande mit 60 U 3-Plätzen und 20 Kindergartenplätzen auch der Kindergarten St. Raphael in Grunern (25 Plätze und geplante Erweiterung) und der Waldkindergarten Grunern (20 Betreuungsplätze) gehören. Aus ihrer Sicht sei der Zeitpunkt richtig, einen weiteren Schritt zu tun. Auch der Name FKB Staufen war Thema. Mengel betonte, dass dieser Name nur in den Verträgen auftauche, in der Öffentlichkeit würden die Einrichtungen unter ihren jeweiligen Namen wahrgenommen – und die etablierte und renommierte Sternschnuppe solle unter diesem Namen weiterlaufen. Auch das pädagogische Angebot werde in den einzelnen Einrichtungen erstellt, betonte Dietzel. Der Träger stelle hingegen den organisatorischen Rahmen dar – unter anderem in der Buchhaltung und mit Marketing. "Wir können das", schloss Mengel seine Vorstellung, die den Charakter einer Bewerbung hatte.

Die Vorsitzende des in der Auflösung begriffenen Sternschnuppe-Trägervereins, Heidrun Schönberger, sprach sich deutlich für FKB aus. Das Jugendhilfswerk erscheine ihr zu groß, darin könne die Sternschnuppe untergehen. Auch seien mit FKB weniger Schließtage zu erreichen. Die Bedürfnisse der Eltern im Blick zu haben und die Nähe – all dies sah sie als Gründe, FKB zu wählen. Dem Verein lägen der Betrieb und die weitere Beschäftigung des Teams nach wie vor am Herzen. Bei einer Betriebsübernahme haben die Mitarbeiter das Recht auf Weiterbeschäftigung.

Der CDU-Antrag auf Vertagung der Abstimmung, um zuvor auch den zweiten möglichen Träger im Gemeinderat zu hören, wurde bei Zustimmung der sechs CDU-Stadträte und einer Enthaltung von Tobias Dolezik (SPD) abgelehnt. Dem Vertrag mit FKB als Träger für die Sternschnuppe folgte der Gemeinderat anschließend einstimmig.

Autor: Martin Pfefferle