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13. September 2017

Viel in Bewegung beim Schulverbund

Auch ein Jahr nach dessen Einrichtung ist am Johanniter-Schulverbund in Heitersheim gerade baulich viel im Umbruch.

  1. Rektor Dirk Lederle (links) und Konrektor Matthias Goldschmidt im neu gestalteten Lehrerzimmer. Foto: Pfefferle

HEITERSHEIM. Das neue Schuljahr ist noch ganz frisch, und am Heitersheimer Johanniter-Schulzentrum gibt es zahlreiche Neuerungen, wie Rektor Dirk Lederle erläutert. Nicht zuletzt baulich wurde an dem Schulverbund einiges neu gemacht.

Ein Jahr Schulverbund, das bedeute, dass man vor großen Herausforderungen gestanden habe und stehe, sagt Rektor Dirk Lederle. Wichtig sei die Didaktik der Übergänge – von der Grundschule auf die Sekundarstufe sowie die Einbettung der Werkrealschule. Deshalb wurde ein Orientierungsstufenhaus geschaffen für die Klassen fünf und sechs. Das bedeutet, dass räumlich und pädagogisch ein Konzept gefunden wurde.

Es sei, so Lederle, ein gutes Konzept, weil es Ängste abbaut – Ängste vor der Werkrealschule. "Viele Eltern glauben immer noch, die Werkrealschule wäre eine Einbahnstraße. Das ist nicht so. Es gibt eine hohe Durchlässigkeit", betont Lederle. Die Werkrealschule habe eine andere Pädagogik, während sich die Realschule mit vielen Fachlehrern am gymnasialen System orientiere. An der Werkrealschule habe die Beziehungsarbeit einen viel höheren Stellenwert, der Klassenlehrer sei viel mehr präsent. An der Realschule sei der Klassenlehrer maximal acht Stunden in der Klasse, in der Werkrealschule seien es 18 Stunden. Und manche Kinder, so Lederle, brauchen eine festen Ansprechpartner.

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Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, wodurch die Entscheidung für die weiterführende Schule in der Hand der Eltern liegt, gebe es mehr Kinder an der Realschule, für die diese nicht geeignet sei. An der Werkrealschule hätten viele Schülerinnen und Schüler dann wieder Erfolgserlebnisse. Die Leistungsanforderungen an der Realschule seien gestiegen. Manche Eltern reagierten zu spät, gerade bei Eltern mit Migrationshintergrund komme das vor. Werkrealschüler, das betont Lederle, würden optimal gefördert. An der Werkrealschule gebe es stabile Zahlen. In den Klassen sieben oder acht gehe es häufig in die Zweizügigkeit. Es gebe Erfolgsgeschichten, wie Kinder, die aus der Vorbereitungsklasse in die Werkrealschule und von dort an die Realschule wechselten und dort erfolgreich den Abschluss schafften. "Eltern wollen immer das Beste für ihr Kind", sagt Dirk Lederle. Dabei gebe es mehr Wechsel von der Realschule an die Werkrealschule als umgekehrt. Die räumliche Nähe der Realschulklassen und der entsprechenden Werkrealschulklassen – um Berührungsängste abzubauen – werde nun ausgedehnt auf die Klassen sieben, acht und neun. Bei Gesprächen mit dem Grundschulkollegium sei klar geworden, dass die Zerrissenheit eher negativ empfunden werde. Die Grundschule kommt nun in dem ehemaligen Gebäude der Grund- und Werkrealschule unter. Die Räume in der Malteserschule werden für die Sekundarstufe genutzt. Die Grundschule werde auch dadurch gestärkt, dass es ein Lehrerzimmer gebe.

Für das Lehrerzimmer der Realschule und Werkrealschule sei, das betont Lederle, die Stadt Heitersheim bei der Ausstattung entgegengekommen. Es gebe jetzt eine Mischung aus Sozial- und Arbeitsraum und ein Stockwerk weiter höher ein Großraumbüro. Das Sekretariat von Grundschule und Werkrealschule ist zum Sekretariat der Realschule umgezogen. Aus einem Klassenzimmer der Realschule werden die Konrektorenbüros. Ein Anbau an den Verwaltungstrakt stand aus finanziellen Gründen nicht zur Debatte. Er sei froh, so Lederle, dass der Bürgermeister für die Belange der Schule ein so offenes Ohr habe. Es sei selten, dass ein Schulträger sich deren so sehr annimmt. Die Stadt habe viel, viel Geld in die Hand genommen, um die Schule brandschutztechnisch aufzurüsten.

In der fünften Klasse gibt es eine neue Inklusionsklasse. "Wir sind sehr stolz darauf. Das ist sehr abhängig davon, wie die Eltern sich entscheiden", so Rektor Lederle. Nicht alle Eltern wollen ihre Kinder, die die Malteserschule besuchen, in einer Inklusionsklasse anmelden und mit Realschulkindern unterrichten lassen.

Die bisherige Konrektorin Bärbel Schweitzer ist nun im Ruhestand. Die Nachfolge ist noch nicht geregelt. Es gebe noch keine Ausschreibung, sagt Lederle.

Autor: Martin Pfefferle