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22. August 2016

Bei Vollmond auf Scheffels Spuren

Bernd Kühnel erzählte 44 Wanderern aller Altersgruppen auf amüsante Art viel Wissenswertes.

  1. 44 Personen begaben sich am Freitagabend in Herrischried-Giersbach auf Wanderschaft in Richtung Gugelturm und hörten gespannt Bernd Kühnel zu, der an einigen Stationen viel Interessantes von Scheffel, den Hauensteinern und aus der Region zu berichten wusste. Foto: Sandhya Hasswani

HERRISCHRIED-GIERSBACH. Die Scheffel-Vollmondwanderung am Freitagabend mit Bernd Kühnel war ein voller Erfolg: 44 Personen aus der Region nahmen teil, von der Jugend bis zum Rentner waren alle Altersklassen vertreten. Über den alten "Pfad der Kurgäste" führte die Wanderung mit sechs Stationen vom ehemaligen Kurhotel Waldheim entlang der Felder und auf weichen Waldwegen hinauf zum Gugelturm, dem Ziel der Wanderung.

Bernd Kühnel hatte viel Wissenswertes über die Region aus Scheffels Schriften zusammengetragen. Joseph Victor von Scheffel hatte in den Jahren 1850/51 in Bad Säckingen gelebt und gearbeitet. Zur Zeit des Biedermeier war er einer der meist gelesenen Autoren und galt als Lieblingsautor von Bismarck. Über Scheffels Reisen in den Hauensteiner Schwarzwald existieren äußerst detaillierte Berichte.

Während des zweistündigen Spaziergangs gab Bernd Kühnel immer wieder Einblicke in Scheffels Welt mit speziellem Bezug zu Herrischried, Hogschür und Segeten. Vom "feurigen Alexander" im "Gasthaus zum dürren Ast" war die Rede, vom Ödland und der ersten Auswanderungswelle nach Amerika.

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Die amüsante Art der Texte sorgte für heitere Stimmung, dazu trug auch die lautmalerische Mundart-Lyrik bei von Autoren wie Hebel, Gerhard Jung und Magnus Kaiser. Geboten war ein buntes Sammelsurium an Kuriositäten und Einblicken in die Hauensteiner Welt. Geschichtliche Eckdaten rund um das Kurhotel Waldheim und den Gugelturm rundeten die Lesungen ab.

Am Ende hatte das Zeit-Management nicht zu viel versprochen: Nach dem Sonnenuntergang reichte das Licht gerade noch für die letzte Station, und bei der Rückkehr vom Gugelturm bot sich den Teilnehmern im Dunklen ein herrlicher Mondaufgang im Osten. Eine kurze Anekdote zum Schluss: Da Scheffel zwar nicht das Badner-Lied, dafür aber das ähnlich klingende Franken-Lied verfasst hatte, wurde dies zuletzt noch angestimmt.

Zur großen Überraschung fand sich mit Inge Lang (aus Stuttgart zu Gast in Oberwihl) eine gebürtige Fränkin unter den Teilnehmern, die das Lied nach über 30 Jahren erstmals wieder hörte – ihre Freude war riesig.

Autor: Sandhya Hasswani